KULTUR

Hundezone

Sarah Wetzlmayr

Es kommt vor dass man manchmal einfach die Schnauze voll hat – vom Alltag, hektischen Menschenmassen und allem was sonst noch so dazugehört. All jene denen es ab und an so geht sollten dem Territorio de Zaguates in Costa Rica mal einen Besuch abstatten, denn dort wird man von circa 900 weichen Hundeschnauzen begrüßt. 

„The Land of Stray Dogs“ klingt nach einem Stephen King Horrorfilm, im Stil vom „Friedhof der Kuscheltiere“ ist aber genau das Gegenteil. Erstens ist es real statt fiktiv und zweitens handelt es sich dabei nicht um eine metaphorisch verschlüsseltes Bild, sondern tatsächlich um ein Stückchen Erde das für alle Hunde und Hundeliebhaber paradiesisch anmuten muss. In Costa Rica gelegen ist Territorio de Zaguates ein privat finanziertes und von Freiwilligen betreutes Projekt das Mischlingshunde beherbergt. Aber dieser Ort möchte nicht nur eine Hunde-Refugium sein, sondern sendet auch eine eindeutige Nachricht an alle außerhalb dieses Paradieses: “when you adopt a mutt, you adopt a unique breed”. „Pfoten hoch für Promenadenmischungen“, so ließe sich das Credo des Freiwilligenprojekts frei übersetzen. Circa 3600 Pfoten sind es, die ungefähr 900 Bewohnern gehören.

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In Kinderbüchern gibt es solche Orte öfter mal als eigentlich surreales Setting um dort Kinderträume wachsen zu lassen – Pferdeinseln, Hundeinseln, der Herrschaft der Tiere sind in der Kinderliteratur keine Grenzen gesetzt. Scheinbar grenzenlos ist auch diese übergroße Hundezone in Costa Rica. Wer sich für einen Moment aus dem Alltag zurückziehen möchte, keine Hundehaarallergie hat und Hunde ganz allgemein mag, sollte sich das einmal ansehen. Das kann man nämlich – einfach ein wenig Zeit dort verbringen, zwar nicht mit den Wölfen tanzen, aber einfach einen Tag lang inmitten dieses Rudels der Realität entfliehen. Ist es Liebe auf den ersten Blick (die es scheinbar ja doch gibt) kann man auch einen der Hunde adoptieren. Gefüttert und gepflegt werden die Freunde auf vier Pfoten von den Freiwilligen, die sich an diesem Projekt beteiligen.

Ein Besuch lohnt sich bestimmt – näher an das Gefühl einmal Mogli oder Kevin Costner sein zu können, wird man wohl nie wieder kommen. Es ist aber dennoch zu empfehlen im Gepäck genug Platz zu lassen. Bei 900 Hundenasen vergisst man eine bestimmt nicht mehr so schnell.

Fotos: Via Andrew George | facebook