Selbermacher: Google zeigt harte Ware

    Selbermacher: Google zeigt harte Ware

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    Selbermacher: Google zeigt harte Ware

    Der Suchmaschinenriese Google hat am 4. Oktober weltweit (vermutlich) tausende Journalisten an mehreren Orten auf der Welt zusammengerufen, um seine Strategie für die Zukunft zu präsentieren – und natürlich die (bereits im Vorfeld „geleakten“) neuen Pixel-Smartphones, das VR-System Daydream sowie einiges mehr.

    Bernhard „Hands On“ Katzinger, London

    Es ist ja nicht zum ersten Mal, dass man hört, „künstliche Intelligenz“ sei das nächste große Kapitel in der Erfolgsgeschichte Mensch. Wenn Google von künstlicher Intelligenz spricht, meint der Konzern damit hauptsächlich die Kommunikation zwischen Nutzer und Device – und zwar die gesprochene Kommunikation. Mit Swipes und Texteingaben soll man sich nicht länger aufhalten müssen, wenn man in der schönen nahen Zukunft mithilfe Googles – passend „Assistant“ genannten – elektronischem Assistenten seine täglichen Herausforderungen meistert. Nicht weniger als ein persönliches Google für jeden, maßgeschneidert, individuell, verständnisvoll, verspricht man uns aus Kalifornien.

    Verankert

    Um das zu ermöglichen, darf man sich nicht mit Hardware von Drittparteien abgeben. Nur wenn die A.I. tief sowohl in Hard- als auch Software verankert ist, so Rick Osterloh, der neue Chef der Google Hardwareentwicklung, erreicht man die nächste Revolution. Daher steht das ganze globale Event unter dem Hashtag #MadeByGoogle. Der Suchmaschinen-Riese, der längst mehr ist als nur das, stellt auf seinem Multi-Event – und auch gleich per Gießkanne via Tochterfirma Youtube – seine Hardware-Neuheiten vor.

    Pixel-Leaks

    Die „Leaks“ lagen großteils richtig: Das neue Google-Smartphone wird Pixel heißen, in zwei Größen (5 und 5,5 Zoll) und drei Farben (schwarz, silber, blau) erhältlich sein. Der Google Assistant wird an Bord sein, aber auch die Fotoqualität der 12 MPix-Frontkamera wird als atemberaubend angekündigt – die schnelle Foto-App samt umfassender Fotoverbesserungsalgorithmen (!) wird ihr übriges dazu tun. Käufer bekommen unbegrenzten Cloud-Speicher für Fotos und Videos in höchster Qualität dazu. Dem beigestellt ist in Pixel eine neue App für Videotelefonie – Google Duo. Und weil die zu erwartende Power-Usage ordentlich am Akku saugt, gibt’s eine Schnelladefunktion, die 7 Stunden Laufzeit in nur 15 Minuten Ladezeit wiederherstellt. Und auch der 3,5 mm-Klinkenstecker ist noch da. Take that, Cupertino!

    Preise starten bei 650 Dollar in den USA, das Pixel ist ab sofort in Amerika, aber auch in Deutschland und UK erhältlich.

    Tagträumen

    Neu ist auch das Google Daydream-System, das aus einem VR-Headset und einem Controller besteht. Das Headset besteht aus angenehm zu tragendem Stoff und passt auch über Brillen. Das kompatible Smartphone (natürlich das Pixel, aber auch andere) wird eingelegt und funktioniert als Ausspielgerät, wobei die Daten kabellos zwischen Phone und Brille übertragen werden. Der simplistisch wirkende Controller – zwei Knöpfe, Touchpad – verfügt über einen Bewegungssensor und wird in der Brille verstaut, wenn nicht gebraucht. Was tun damit? Harry Potter spielen, eh klar! Oder fernsehen! Mehr über VR-Brillen und das Google Daydream-System lesen Sie im nächsten WIENER!

    Endlich: HighTech im Wohnzimmer

    Auch in unseren Wohnungen will sich Google künftig einen Fixplatz sichern. Nicht nur ein neu entwickelter WLAN-Router namens Google WiFi (der einzeln oder im Verbund für optimale Leistung und Abdeckung sorgt), stellte Google auch eine neue Version der Chromecast vor. Das neue Streaming-Dongle für den Fernseher (in Wien kann man auch Dingsl sagen) kann Inhalte in 4K ins Wohnzimmer bringen. Dazu passend, will Google diesen November auch damit anfangen, Filme und Serien in dieser ultra-hochauflösenden Bildqualität anzubieten. 

    Da der Google Assistant so perfekt funktioniert, soll er nicht nur am Telefon, sondern auch in der Wohnung unser Leben leichter machen. Das Gerät – es geht um Hardware, remember! –heißt Google Home und sieht aus wie einer von diesen Duftspendern, die meine Frau immer mit nach Hause bringt.

    In der schönen neuen Welt sagt man also nicht mehr „Schatz, ich bin zaus, was gibt’s zu essen?“ Sondern: OK, Google!

    Scrreeeeeech – wie immer, beginnt die schöne neue Welt zuerst in den USA. Und Kanada, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Australien. Wann man die heißen Gadgets auch in der Alpenrepublik ordern kann, wurde noch nicht verlautbart.