GENUSS

Laphroaig Tasting

Laphroaig Tasting

Franz J. Sauer

Das Torfmonster war da. Laphroaig, der aromatisch reichhaltigste Single Malt der Insel Islay,
stand im Mittelpunkt eines Abends im The Ritz-Carlton Vienna: überraschende Erkenntnisse von der WIENER-Verkostung.

Video: Fanny Fritz, Clemens Naschitz
Fotos: Dominik dos Santos Tomé

Er riecht fortgeschritten“ – mit dieser Einschätzung begann der Whisky-Abend in der D-Bar des Wiener Fünfsternehotels The Ritz-Carlton. „Er“ war in diesem Fall der beliebteste Islay Malt des Landes, der zehn Jahre dicht am Meer gelagerte Laphroaig 10 Years. Seine „fortgeschritten“ wirkenden Duftnoten verdanken sich dem Torf-Feuer, das unter der gekeimten Gerste auf der Insel glimmt. Nach wie vor wird in Port Ellen vor der schottischen Westküste selbst Malz erzeugt; diese charakteristische, an Selchspeck erinnernde Aromatik liebt man – oder kann sie nicht ausstehen. Insofern ging es bei diesem Verkostabend, durch den WIENER-Spirituosenmann Roland Graf führte, um die persönliche Meinung zum torfig-rauchigen Whisky.

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Denn die Einschätzungen der 14 Leser, die das exklusive Tasting gewannen, wurden Teil der globalen „Opinions Wanted“-Kampagne. Doch der ikonische „10 Years“, dessen Rauchigkeit und Lagerung in der Meeresluft ausgesetzten Fässern ihn nach Jod, Algen und Lagerfeuer schmecken lässt, war nur der Anfang. Bei Laphroaig, der übrigens auch der offizielle Single Malt von Prince Charles ist, spielt man mit unterschiedlichen Fassgrößen und -hölzern, um unterschiedliche „Drams“ zu erzielen, wie man in Schottland Whisky bestellt. Master Distiller John Campbell, selbst auf Islay geboren, hat so etwa den „Quarter Cask“ geschaffen.

Die Reifung des Destillats, das ursprünglich übrigens wasserklar ist, wie eine Probe des „New Make Spirits“ zeigt, erfolgt dabei in zwei Phasen. Nach dem großen ehemaligen Bourbon- Fass kommt der Whisky ins kleinere Eichenfass, das die Aromatik des Holzes in kürzerer Zeit und intensiver ausbildet: „Nougat, aber auch eine gewisse pfeffrige Schärfe – mit ordentlich Power im Finish“, lautete die Verkostnotiz der Runde.

Besonders der „Triple Wood“, bei dem noch eine zusätzliche Reifephase des Whiskys im Sherry-Fass erfolgt, verblüffte die Runde. Bei gleicher Stärke von 48 % wirkte er deutlich süßer und – mit der Genuss-Anleitung Grafs („zwei Tropfen Wasser ins Glas, bitte!“) – runder als der „Quarter Cask“. Dass er ausgezeichnet zu Cheese-Cake passt, sollte nicht die letzte Überraschung des Genuss-Abends bleiben. Mit einem „Islay Mule“-Cocktail klang der Abend in der D-Bar aus. Die letzte Erkenntnis: Ein Single Malt funktioniert auch im Cocktail. Zumindest, wenn er so charakterstark wie der „Laphroaig 10“ ist.

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