AKUT

Halbstündlich Sex…

Sarah Wetzlmayr

Der viel genützte Satz “Männer denken nur an das eine” sollte mal neu aufgelegt werden.

Der Spruch “Männer denken nur an das eine” ist mindestens genauso alt wie der Ötzi. Ungefähr genauso sympathisch und attraktiv ist er außerdem. Der Wahrheitsgehalt, der in den Knochen des Ötzi steckt, ist aber deutlich höher als der dieser steinalten Worthülse. Zwei australische Wissenschafter sind dieser als These verkleideten Annahme nun tatsächlich auf den Grund gegangen. Es ist zwar eh wahr, Männer denken häufiger am Tag an Sex als Frauen – nämlich etwa 34 Mal, während es sich bei Frauen auf ungefähr 20 derartiger gedanklicher Abschweifungen beläuft – Grund dafür ist aber keine Form der generellen Sexbesessenheit, wie häufig angenommen, sondern eher die allgemeine gedankliche Triebgesteuertheit. Die männliche Gedankenwelt kreist nämlich auch deutlich öfter um die Bereiche Schlaf und Nahrungsaufnahme.

Ihre Recherche begab sich jedoch noch auf die Spur einer anderen Frage: “Ist ein ausgeprägter Sexualtrieb ein Garant für besseren Sex?” Eigentlich gar keine Frage. Sicher ist das so. Den Gedanken tagsüber freien Lauf zu lassen, kann dafür sorgen, dass das am Abend nicht bloß ein 50 Meter-Lauf wird. Eine gesunde Fantasie ist wichtig. Das lernt man ja schon als Kind, wenn man sich voller Enthusiasmus sein eigenes Lego-Universum aufbaut.

Es gibt also rund 20 Momente am Tag, an denen sich die Gedankenwelten von Frauen und Männern treffen. Und das ist immer im Bett. Die Unterschiede sind also gar nicht so groß, nur dass die Herren der Schöpfung ein wenig mehr Gedanken in Sex, Nahrung und Schlaf investieren.

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