Essen

Hier geht’s nicht um die Wurst

Sarah Wetzlmayr

Leberkäse in der Stadt der Aufschneider

Es ist Mittagszeit. Und es geht um die Wurst. Obwohl, eigentlich gar nicht – denn wir stellen uns heute mal die berechtigte Frage: Wo gibt’s eigentlich die beste Leberkassemmel?

Für uns gab es zwei entscheidende Gründe die Frage nach dem besten Leberkäse Wiens aufzugreifen. Erstens, zwitscherte usd ein kulinarisch interessiertes Vöglein, dass es demnächst bei Lidl fertige Leberkassemmeln aus der Backwaren-Selbstbedienungstheke geben wird. Eine Instant-Leberkassemmel sozusagen, die über eine Rutsche direkt ins Papiersackerl rutscht. Eine bodenlose Frechheit wie wir finden und eine Degradierung der Kultur des Aufschneidens oben drauf. Alles Aufschneider könnte man sagen. Zweitens, fragen die Kollegen vom Falstaff ihre Leser und Leserinnen gerade nach dem besten Würstelstand Wiens – eine Glaubensfrage, die sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Da einer davon meistens der aktuelle Grad der Betrunkenheit ist, besonders wenn man sich nachts oder frühmorgens am Würstelstand einfindet, ist das finale Urteil nicht ganz so gestochen scharf, sondern rauscht ein wenig – wie der alte Röhrenfernseher bei der Oma daheim.

Deshalb widmen wir uns nun einem anderen, möglicherweise in genau diesem Moment sehr relevanten und auch etwas nüchterner zu betrachtenden Thema: Wo gibt es in Wien die beste Leberkassemmel. Und wo gab es die schon, bevor all die Leberkas Pepis und Willis ihre kleinen Fleisch-Mikrokosmen in den Makrokosmos der Stadt einpflanzten? Radatz ist ein heißer Favorit auf den Titel – doch es muss noch mehr geben. Die beim Billa schneidet auch nicht so schlecht ab, vor allem wegen der knackigen Semmerl. Was meint ihr?

Unsere vorläufigen Top 3 (unter brutaler Außer-Acht-Lassung des Leberkas Pepis und Willis):

_01. Radatz
_02. Billa
_03. Spar