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Studie: Warum der Beisl-Besuch gesund ist

Sarah Wetzlmayr

Dr. Freud hätte zugestimmt: Mehr Beislbesuche mit den besten Freunden. Denn das beugt der depressiven Verstimmung vor. 

Auf der Pinnwand im Vorraum hängt die Vorsatz-Liste für 2017 (entweder digitaler oder analoger Herkunft), direkt darüber eine Menükarte eines Pizza-Kebap-Mohr im Hemd-Lokals. Beinahe unsichtbar ist sie mittlerweile, aber dennoch da – hinter der Speisekarte, bald auch hinter der Ansichtskarte der lieben Mami aus dem Kroatien-Urlaub und damit auch nur noch irgendwo im Hinterkopf präsent. Falls auf dieser Liste auch der Vorsatz “Weniger Fortgehen” oder variabel “Weniger in Beisln abhängen” zu finden war, ist es aber durchaus gut, dass diese ins Hintertreffen geraten ist.

Eine Studie des Anthropologen Robin Dunbar möchte nämlich darauf aufmerksam machen, dass es – gerade für Männer – entscheidend zur seelischen Gesundheit beiträgt, sich mit den besten Freunden im Beisl zu treffen. Vor allem dem großen zivilisatorischen Schreckgespenst Depression soll der regelmäßige Beislbesuch vorbeugen. Natürlich tragen auch andere Faktoren zu einem gesunden Lebensstil bei. Sport und andere soziale Kontaktmöglichkeiten spielen, bei einer etwas nüchterneren Betrachtungsweise, natürlich auch eine wichtige Rolle. 2 Treffen pro Woche sind in der Regel ausreichend. Etwas bedenklich sollte es einen jedoch stimmen, dass die großangelegte Studie vom Guiness-Konzern gefördert wurde. Im Zeitalter der sogenannten Digital Natives muss jedoch erwähnt werden: Es müssen reale Treffen sein – Facebook-Chats zählen nicht. Dunbar tat sich schon einmal mit einer Studie hervor, deren Grundaussage war, dass man in seinem Leben nur mit 150 Personen wirklich sozial interagiert. Erst wenn man feststellt, dass man die alle im Beisl kennengelernt hat, sollte man vorsichtig wieder an die Erstellung einer etwas prominenter platzierten Vorsatz-Liste denken.

 

Alle Fotos @ Klaus Pichler “Golden Days Before They End” | ANZENBERGER GALLERY
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