Einmal Strom mit Milch und Zucker, bitte!

    Einmal Strom mit Milch und Zucker, bitte!

    Einmal Strom mit Milch und Zucker, bitte!

    Geladenheit

    Wenn das Handy nicht geladen ist, macht uns das geladen. Wenn wir für ein wenig Strom zahlen müssen, umso mehr.

    Wir wollen jetzt nicht schon wieder in das allgemeine Gesudere verfallen, das meistens mit dem finalen Statement endet, dass früher ein Wurstsemmerl nur 5 Schilling gekostet hat, aber untenstehendes Facebook-Posting verleitet schon sehr dazu. Ein Stammgast des Terrassencafés im Hundertwasserhaus wunderte sich nämlich kürzlich darüber, dass ihm für die Nutzung einer der im Café vorhandenen Steckdosen für exakt 45 Minuten 1 Euro verrechnet wurde. Er wollte allerdings nicht seinen stromfressenden Heizstrahler anschließen – was bei der anhaltenden Kälte durchaus vorstellbar wäre – sondern sein Mobiltelefon (was denn auch sonst?). Prompt bekam der die Rechnung für seinen möglicherweise wenig vorausschauenden Umgang mit der Akkuleistung seines Mobiltelefones serviert. Und die betrug genau 1 Euro. Doch handelt es sich nicht einmal der Stundenlohn für die zusätzlich beanspruchte Steckdose, den die erbrachte Leistung betrug nur 45 Minuten.

    Doch wie ist das jetzt mit diesem Strom? Man nimmt ihn sich einfach, wenn man ihn braucht. Im ICE ist das so oder auch bei bekannten Fast Food-Ketten. Seit immer mehr, vor allem selbstständige Menschen ihren Arbeitsplatz vom privaten ins öffentliche Leben verlegen, ist die Anziehung zwischen Steckdose und den Ladegeräten diverser Apple-Produkte eine beinahe magische. Und das ist auch gut so. Das Terrassencafé sieht das jedoch ein wenig anders und möchte sich, entweder den geflossenen Strom oder die Handy-Obhut, bezahlen lassen. Stellt man tatsächliche Berechnungen an, kann es jedoch nur um die Obhut gehen, denn der tatsächliche Stromverbrauch eines durchschnittlichen iPhones pro Stunde beträgt lediglich 0,00375 Euro. Auf unser Nachfragen reagierte das Terrassencafé mit einer Erklärung, die vom möglichen Handy-Obhutstress wenig vermuten ließ: Eine Kellnerin hätte eigenmächtig und etwas überambitioniert reagiert, doch es wird bei diesem einen Mal bleiben. Da wird die Steckdosen-Innung jedoch nur wenig Freude haben, so gut bezahlt werden die Steckdosen, bei doch eher eingeschränktem Betätigungsfeld, wohl nie mehr.

    Fotos © wikimedia © Herbert P. Oczeret | Facebook