Verlässliche Quelle: Kampf um den Krapfen

Sarah Wetzlmayr

 

Die Auswirkungen des Jahres 2016 sind weiter spürbar: Es heißt (vorerst) Abschied nehmen vom klassischen Faschingskrapfen mit Marillenmarmelade!

Text: Markus Höller

Aus gut informierten Kreisen wurde dem WIENER ein ungewöhnliches internes Memo aus der österreichischen Bundesinnung der Konditoren zugespielt. Der Inhalt ist für Gastronomen, Feinschmecker und Faschingsgilden brisant, denn: Erstmals seit Jahrzehnten muss eine beliebte Süßspeise in Österreich rationiert werden!

Konkret geht es um den klassischen Faschingskrapfen mit Ma­rillenmarmelade-­Füllung. Knapp 100 Millionen Stück werden in Österreich jährlich verzehrt, dafür benötigen die heimischen Zuckerbäcker rund 1.000 Tonnen Marillenmarmelade. Und genau hier liegt das Problem, denn die fatale Wetterlage in 2016 und die damit verbundenen Ernteausfälle betrafen auch die Wachau, Österreichs Marillenregion Nummer eins. Es kann bei Weitem nicht so viel Marmelade produziert werden wie nötig, daher hat sich die Innung zu einem drastischen Schritt entschlossen: Bis auf Weiteres werden bundesweit keine Krapfen mit Marillen­füllung mehr produziert, die geringen Reservebestände an Marmelade werden für die letzte Faschingswoche aufgespart, damit zumindest am Faschingsdienstag nochmal große Tranchen für die liebe Tradition produziert werden können.

Apropos Tradition: Im Zuge dieser Regelung haben sich die Krapfenhersteller weiters darauf geeinigt, mit den freien Kapazi­täten neue Krapfensorten zu produzieren. Die verlässliche Quelle enthüllt, dass auf Intervention des Integrationsministeriums Millionen Krapfen mit Feigen­ und Dattelmarmelade gefertigt werden sollen. Diese typisch mediterranen und arabischen Aromen sollen als vertrauter Geschmack für die zahlreichen Zuwanderer die österreichische Küche zugänglicher machen und somit auf kulinarischem Weg die Integration fördern.