KULTUR

25 Jahre Techno in Wien – Das Techno ABC

Anneliese Ringhofer

Techno ist mehr als bloß eine Stilrichtung der elektronischen Musik. Die wichtigsten Begriffe der Ravekultur und ihre Bedeutung – von Camouflage bis Stroboskop.

Afterhour:

Was beim Fußball die Verlängerung, ist bei Techno die Afterhour; beginnt frühmorgens und geht auch mal bis in die Abendstunden.

Camo:

Eines der ersten aus der Technokultur entstandenen 
Modestatements. Popularisiert u.a. durch GTO (britisches Produzentenduo des Rave-Charthits „I Wanna Be A Hippy“) und DJ Tanith (Resident Tresor Berlin).

Dresscode Military beim Spacedive, 1992

Ecstasy:

Harte Technobeats und Acidsounds sind für manche Droge genug. Dennoch ist Ecstasy, kurz als XTC bezeichnet, eng mit der Ravekultur verbunden. Synthetisiert wurde Methylsafrylamin angeblich 1912 vom Chemiker Anton Köllisch, 1914 erhielt die Firma Merck das Patent dafür. Erst 1937 kam der Name MDMA auf, nachdem die Wirkung des Amphetamins entdeckt worden war. In der 90er-Rave-Ära hat sich Ecstasy schließlich als Partydroge etabliert. Die Designerdroge macht aufgrund des Hauptbestandteils MDMA glücklich und gesellig, was der Serotoninausschüttung im Gehirn geschuldet ist. Diese Wirkung erklärt zum Teil auch das Credo der Ravenation: Love, Peace & Unity. Das Wiener Techno-Duo Ilsa Gold griff das Thema Ecstasy auf und machte sich auf typische Art über den Drogengebrauch der Szene mit dem Track “eggs they see” (Ilsa Gold 1, 1993) lustig.

 

 

Flyer:

In den Anfangszeiten das alles dominierende Ankündigungsmittel für Partys. Junge Grafiker entwickelten daraus die Techno-Ästhetik. Eine neue Generation von Schriften entstand, die erstmals am PC entworfen wurden.

Frühe 90s Techno-Ästhetik: Flyer für Tekkno Drome, 1992 (c) privat Neue Computerschriften: Flyer für "Spacedive", 1992 (c) Stephan Doleschal / doleschal.at Digitale Revolution meets Techno: Flyer für ersten Gasometer-Rave "Technometer", 1992 (c) Stephan Doleschal / doleschal.at Grafische Spielereien: Flyer für "Space Jungle" im U4, 1993 (c) Stephan Doleschal / doleschal.at
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Digitale Revolution meets Techno: Flyer für ersten Gasometer-Rave "Technometer", 1992 (c) Stephan Doleschal / doleschal.at

Strobo & Nebel:

Das A & O der Techno-Visualisierung bei den Partys in den 90ern.

TECHNICS SL 1210:

Plattenspieler, der durch das stufenlose Verändern der Geschwindigkeit das Synchronisieren unterschiedlich schneller Tracks erlaubt; die Produktion wurde 2010 eingestellt und 2016 wieder aufgenommen.

Technics SL-1200G (c) Hersteller

TB 303:

Synthesizer mit dem typischen Acid Sound; für Techno das, was die Gitarre für Rockmusik ist, frei nach Mike Ink aka Wolfgang Voigt, Technopionier aus Köln.

Roland TB 303 (c) Hersteller

TR 909:

Der klassische Techno-Drumcomputer mit dem härtesten Kick ever.