Mode

Jeans & Sakko

Sandra Keplinger

Die Österreicher haben nicht den besten Ruf, wenn es um modischen Geschmack geht. Warum das so ist, beweisen sie in den ersten Frühlingstagen.

Meine Herren! Ich habe schlechte Nachrichten für Sie. Leider. Ich weiß, Sie lieben Ihre Jeans. Und Sie haben sich diesen feschen Anzug geleistet, aber es gibt zu wenig Anlass, ihn zu tragen. Aber ich bitte Sie: Jeans und Sakko, das ist doch keine Lösung!

Ich habe einen griechischen Freund, der die Kombination von Jeans und Anzugsakko den „österreichischen Stil“ nennt. Aufgefallen ist mir das zu Silvester: Während der mediterrane Gastgeber in seinen ersten Jahren in Wien auf Black Tie bei Wohnungsfesten bestand, hat er sich mittlerweile vom Wiener Stil runterziehen lassen; dieses Jahr hieß es plötzlich: Jeans mit Sakko, bitte! Ein vermeintlich elegantes Fest mit Jeans zu verunreinigen, empfindet mein Grieche offensichtlich als angepasst. Und jetzt, wo die Temperaturen endlich wieder frühlingshaft sind, sieht man die teuflische Kombo auf Wiens Straßen in Hülle und Fülle.

Ich will die Jeans-Sakko-Konstellation nicht komplett schlechtreden. Es gibt Situationen, in denen sie okay sein kann. Ein lässig geschnittenes Sakko kann gut zu schwarzen Skinny Jeans aussehen – vorausgesetzt, Mann hat die Figur dafür. Bei nicht anliegenden Jeans oder gar Blue Jeans in Kombi mit kariertem Hemd und – oh Graus – einer Schalkrawatte sehen Sie entweder wie ein Schnösel oder ein Gebrauchtwagenverkäufer aus. Sorry.

Aber bevor Sie mich jetzt zu hassen beginnen – was ich Ihnen nicht verübeln kann –, habe ich eine Lösung für das Problem! Das elegante Sakko lässt sich perfekt mit Chinos paaren. Sie sind luftig, locker und das Schuhwerk lässt sich vielfältig kombinieren, Chinos sehen sowohl mit Sneakers als auch Anzugschuhen hervorragend aus!

 

 

Sandra Keplinger liebt es, ihren schwarzen Oversize–Blazer mit weißem T-Shirt und -blauen Skinny Jeans zu tragen. Sie darf das, sie ist eine Frau. Das Leben ist manchmal unfair.