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Wissenschaftliche Erklärung fürs notorische Zuspätkommen

Sarah Wetzlmayr

Hast du Zeit? Oder hat dich die Zeit (im Griff)? Wenn du zu letzterer Sorte gehörst, gibt es dafür eine fundierte wissenschaftliche Erklärung, die du deinen genervten Freunden um die Ohren knallen kannst.

Es ist so eine Sache mit der Zeit: Entweder man hat sie – oder sie hat einen (fest im Griff). Zu zweiterer Sorte gehören all die notorischen Zuspätkommer, von denen jeder mindestens einen im Freundeskreis hat. Wenn jemand Zeit hat, heißt das nicht automatisch dass man auch damit umgehen kann – ungefähr so wie mit dem neuen, sündteuren Entsafter, der gerade nur als Ablage für Geschirrhangerl dient. Diese Menschen sind allerdings keine grundsätzlich unhöflichen Ignoranzler – auch wenn sie oft als solche dastehen (und oft auch alleine dastehen, weil dieser eine Freund mit dem ein Treffen ausgemacht war, sich nach einiger Wartezeit bereits vom Treffpunkt verabschiedet hat).  Wie eine an der Washington University durchgeführte Studie bestätigt, wurde einfach nicht jedem Menschen ein akkurates Zeitgefühl in die Wiege gelegt. So wie andere, bei einem Abstand von 250 Metern, gleich von einem Kilometer sprechen, fühlen sich für diese Menschen 5 Minuten eben nicht wie 5 reale Minuten an. Bei jedem Menschen ist die Fähigkeit zeitliche Abstände richtig zu erfassen unterschiedlich feingetuned. Daran lässt sich schon drehen und schrauben, doch so akkurat wie ein Schweizer Uhrwerk wird dieser Mensch trotzdem nie funktionieren. Ein wenig Verständnis schadet also nicht – wir lassen diesen einen legasthenischen Freund ja auch in Ruh’, wenn er mal wieder Fahnen-V und Vogel-F verwechselt.

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