Mode

Tarnen & Täuschen

Während vor zehn Jahren das Rasieren des Hauptes noch Ehrensache war, sobald sich die Haarpracht lichtete, feiert das Kaschieren der Glatze aktuell ein Comeback. Wir werfen einen Blick auf die kultigsten Anti-Frisuren.

Der Pröll (© Gina Müller/Caroline Seidler)

Der Pröll

Das Problem. Was oft mit einer leicht kahlen Stelle am Hinterkopf beginnt, die sich in den frühen 20ern noch gut mit längerem Haupthaar verstecken lässt, wird zumeist in den 30ern zum Problem.
Das Image. Der Pröll strahlt eine klerikale Macht aus, sein Träger hat einen gewissen Hang zu einem übergroßen Ego.
Die Lösung. Der Pröll ist mit der passenden Kopfbedeckung leicht zu kaschieren. Je länger der Haarrest, der unter dem Hut hervorsieht, desto besser funktioniert die Illusion. Auch ein Toupet schafft leicht Abhilfe.

 

 

Der Law (©Gina Müller/Caroline Seidler)

Der Law

Das Problem. Der Law ist so schön, dass es einem die Augen rausbrennt. Seine Geheimratsecken
ließen sich in jungen Jahren durch vorgekämmtes Hinterhaar leicht verbergen. Spätestens mit 40 ist Schluss mit dieser Technik.
Das Image. Er gilt als Mann, dem die Frauen frönen, was an der übermäßigen Testosteronproduktion liegt, die für Geheimratsecken verantwortlich ist. Und angeblich potenter macht.
Die Lösung. Haare kurz tragen und zur Geheimratsecke stehen. Einen schönen Menschen entstellt bekanntlich nix.

Der Riff Raff (©Gina Müller/Caroline Seidler)

Der Riff Raff

Das Problem. Die Stirn ist hoch, doch auch der Rest des Haares dünnt über den ganzen Kopf aus. Besonders belastend für Männer mit Vorliebe für langes, wallendes Haar.
Das Image. Der Riff Raff strahlt Rebellion und gleichzeitig Nostalgie aus. Der Träger hängt an seinem Haar.
Die Lösung. Hier helfen weder Hut noch Toupet. Wer auf die schwindende Haarpracht besteht, pudere sich die blasse Haut und züchte sich Augenringe heran, um im Zombie- Look ein Style-Statement zu setzen. Eine komplette Rasur des Kopfes ist jedoch vorzuziehen.

Der Gervinho (©Gina Müller/Caroline Seidler)

Der Gervinho

Das Problem. Diese Art des Haarausfalls als hohe Stirn zu bezeichnen, wird der Sache nicht gerecht. Die Glatze reicht bis weit ins Scheitelbein.
Das Image. Der Gervinho ist von übertrieben gestylten Kollegen umgeben und verspürt den Gruppendruck, sich dem modischen Niveau seines Milieus anzupassen.
Die Lösung. Man flechte das verbliebene Haar zu Zöpfchen und fixiere sie mit Stirnband oder Haargummi in richtiger Position. Wer mit dem Afro-Stil nichts anfangen kann, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, wie Klingone Worf auszusehen.

Der Agassi (©Gina Müller/Caroline Seidler)

Der Agassi

Das Problem. War man für eine Kultfrisur wie einen massiven Vokuhila bekannt und geht einem plötzlich die Haarpracht am Vorderkopf flöten, verkommt der sportliche Typ zum Leugner.
Das Image. Der Agassi wird ob seines Mutes bewundert. Oder belächelt. Je nachdem, ob man mit der Sonne oder gegen die Sonne spielt.
Die Lösung. Hier hilft nur ein radikaler Kahlschlag. Selbst der sportliche Typ wird das Schirmkapperl nicht ewig als Tarnkappe nutzen können. Vom Sport mit Toupet ist wegen Schweiß und Bewegung abzuraten.

Der Prüller (©Gina Müller/Caroline Seidler)

Der Prüller

Das Problem. Vielleicht ist es unfair, einen Prüller als Problem zu bezeichnen. Der Prüller trägt seinen Scheitel selbstbewusst knapp über dem Ohr.
Das Image. Er ist gesellig, beredt und weiß zu jeder Situation eine passende oder unpassende Anekdote.
Die Lösung. Kahle Stellen überdeckt der Prüller mit längeren Strähnen. Dass der tiefe Scheitel dank eines amerikanischen Milliardärs, der neuerdings Präsident ist, unpopulär geworden ist, kümmert den Prüller nicht. Er wartet die Anti- Stimmung gegen ihn ab. Ein Prüller vergeht nicht.