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Stilkunde – Was man über Daunenjacken wissen sollte

Wenn die Temperaturen auf nahezu arktisches Niveau sinken, bleibt nur ein Material, um sich wirksam vor einem bösartigen Schnupfen zu schützen: die Daune. Fünf Fragen und Antworten rund um das Thema Daunenjacken.

Text: Alex Pisecker

Was sind Daunen?
Eine Daune ist eine Feder mit kurzem Kiel und sehr weichen, langen, strahlenförmig angeordneten Federästen. Die Daunen bilden das weiche, wärmende Unterkleid des Gefieders, darüber liegen die Konturfedern. Daunen von Gänsen und Enten gewährleisten, dass den Vögeln auch bei sehr großer Kälte stets warm ist. Das Wort Daune stammt aus dem Isländischen und bedeutet Flaumfeder, ursprünglich auf die Eiderente bezogen. Als Füllmaterial für Betten ist die Daune aus dem 2. Jh. n. Chr. überliefert; schon Kaiser Heliogabal soll auf Daunenpölstern geruht haben.

Warum hält uns die Daune so warm?
Gefieder ist ein schlechter Wärmeleiter, deshalb hält sich die Körpertemperatur der Tiere relativ konstant. Unsere eigene Körperwärme wird von den Daunen gespeichert, die draußen herrschende Kälte von ihnen ­abgeschirmt. Je weniger Durchmesser die ­Daunenfeder hat, als umso minderwertiger gilt sie. Gänsedaunen können den Durchmesser einer 1-Euro-Münze erreichen, als sehr begehrt gelten die Daunen der sibirischen Schneegänse (2 Euro). Allgemein gilt: Je eisiger das Herkunftsland, desto hochwertiger die Daune und besser ihre Isolierwirkung.

Hochwertige Daunenjacke im lässigen Streetstyle-Look von Colmar; Screenshot colmar.it

Was bedeutet Bauschkraft?
Die „Fädchen“ der Daune (Filamente) schließen ein Maximum an Luft ein. Sie bilden permanente Lufträume und sind so verantwortlich für das Wärmehaltevermögen. Um ein Gewicht von 1.000 kg Füllmenge zu erreichen, be­nötigt man etwa 1 Milliarde Daunen. Gänsedaunen haben eine höhere Füllkraft als Entendaunen. Die Bauschkraft einer Outdoor-Daunenjacke sollte über rund 500 cuin (cubic inches) verfügen. Das figuriert das Volumen, auf das sich die Federn nach vorangegangenem Zusammenpressen wieder ausdehnen. Je größer diese Ausdehnung ist, desto höher ist im Endeffekt auch das Wärmehaltevermögen der Jacke.

Was ist die Alternative zur Daunenfüllung?
Vliese und Faserverbundstoffe aus Polyestern. Diese „Quiltings“ sind zwar wesentlich preiswerter und tierfreundlicher, jedoch kann man ihre Wärme­wirkung nicht wirklich mit jener von Daunen vergleichen. Aufgrund fehlender Transparenz ist es fast unmöglich, festzustellen, ob eine Daune aus Totrupf stammt. Lebendrupf ist in der EU verboten. EU-Mitgliedstaaten wie Ungarn und Polen scheren sich darum aber nicht wirklich. Leider gibt es weder ein Gütesiegel noch sonst eine Kennzeichnung, die angibt, ob die Daune aus Lebend- oder Totrupf stammt.

Woraus ist die „Out-Shell“ einer Daunenjacke?
Das Außenmaterial einer Daunenjacke nennt man „Out-Shell“. Meist aus Chemiefaser, oft zusätzlich aus­gerüstet (Beschichtungen, Imprägnierungen etc.), ist es wasserabstoßend, atmungsaktiv und relativ resistent gegen Wind.

Expertentipp von Bogner
Von schmäleren, ­kürzeren Modellen (Leichtdaune) bis hin zum Daunenparka variieren im HW 17/18 die Längen der Daunen­jacken. ­Abnehmbare (Pelz-)Kapuzen bleiben ­weiterhin ein Thema. Unzählige Stepp-­Varianten stehen zur Auswahl. Auffällige Zipper und hochwertige Innenfutter wie auch das Spiel mit verschiedenen Materialien an einem Teil zählen zu den Details. Farblich kommen zu den Klassikern Schwarz, Anthrazit, Navy und Rot nun Khaki, Ocean Blue, Walnuss und ein sehr helles Grau.

Foto – Header: Getty Images / Helen Ross