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Der coolere Pink Floyd

Franz J. Sauer

Kommenden Monat, konkret am 16. Mai inszeniert Ex-Pink Floyd Mastermind Roger Waters seine megalomanische „Us+Them“-Show in der Wiener Stadthalle. Die weitaus coolere Werkschau liefert im Mai allerdings Floyd-Drummer Nick Mason. Mit einer kleinen Clubtour in England.

„Money“, „Us and Them“, „Another Brick in the Wall“, „Comfortably Numb“ – all die großen Welt-Hits aus den Siebziger-Jahren, als die Pink Floyd vom Londoner Underground-Tip zur größten Stadion-Rockband der Welt aufstiegen, wird Roger Waters im Programm haben, wenn seine gigantische „Us+Them“-Weltournee in Wien Station macht. Diese Kracher werden dann die weniger bekannten Tracks seiner – durchaus hörenswerten und wie immer sehr guten – LP „Is This The Life You Really Want?“  flankieren. Und maßgeblicherweise dafür sorgen, dass die Waters-Show ziemlich ausverkauft sein wird.

Ein weiteres Ex-Mitglied der legendären Rock-Saurier wird allerdings im kommenden Mai auf Tour gehen: Nick Mason, der Drummer der Truppe und übrigens das einzige Bandmitglied, das nicht nur auf allen LPs mitgespielt hat, sondern definitiv auf allen Pink Floyd-Konzerten, die jemals gespielt wurden, die Trommeln bearbeitete (keines der anderen Bandmitglieder kann oder konnte das von sich behaupten) hat ebenfalls eine kleine, feine Truppe von Musikern zusammengewürfelt, um ein paar der guten, alten Floyd-Werke zu zelebrieren. Allerdings nehmen sich „Nick Mason’s Saucerful of Secrets“ bewusst die Frühwerke von Pink Floyd zur Brust, um sich eben am selben Repertoire wie die beiden nach wie vor solo tourenden Frontmänner David Gilmour und Roger Waters abzuarbeiten. Anders als seine beiden, sendungsbewussten Ex-Kollegen tritt Nick Mason bei der Chose wohltuend in den Hintergrund. Es geht vorrangig um die Musik und den Sound von Alben wie „The Piper At The Gates Of Dawn„, „A Saucerful Of Secrets“ oder dem legendären Live-Experimental-Doppelwälzer „Ummagumma“, also eben jenes Floyd-Ouevre, das lange vor „The Dark Side Of The Moon“ materialisierte, in dem noch Gründungs-Frontmann Syd Barrett eine gewichtige Rolle spielte – und das dem massengeläufigen Floyd-Sound eher nicht entspricht.

Nick Mason live 1971 © Wikipedia

Die Band hat fünf Mitglieder, neben Mason an den Trommeln und „Spandau Ballet“s Gitarrist Gary Kemp bedient Dom Beken die Keyboards. An vier Abenden im Mai wird jeweils in Venues für etwa 300 Leute aufgegeigt:

Einen Ticketlink zu bringen hat leider keinen Sinn: die Shows sind längst ausverkauft. Daher hier, zum Trost, einen ganz witzigen Youtube-Link, wo Mason und Waters sich gemeinsam eine Hetz mit uns Floyd-Fans machen: