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Schwarm der Woche: Barbara Schett, Eurosports Queen of Tennis

Manfred Sax

Seit einem Jahr steht ihr Name im Titel des Eurosport-Formats „Game, Schett & Mats“. Schett statt Set. Barbara Schetts lässige Tennis-Doppelkonferenz mit Ex-Champion Mats Wilander läuft mittlerweile in 30 Ländern. Und macht die Konkurrenz von der BBC nervös. Denn jetzt ist Wimbledon.

Text: Manfred Sax, Fotos: Max Lottmann

Barbara Schett vor Wimbledon: zu Besuch beim WIENER.

Es war der Abend danach, nach dem „French Open“-Spieltag zuvor, und Barbara Schett lehnte neben Mats Wilander am Balkon des Studios von Eurosport, und im Hintergrund zog ein Gewitter auf. „Na Mats“, sagte Schett nach einem prüfenden Blick auf den Himmel über Paris, „hast du einen Schirm dabei? Es wird gleich gewittern.“ – „Ach was“, erwiderte Wilander und blinzelte listig, „ich werde ganz einfach zwischen den Regentropfen nach Hause tänzeln.“ Und das wars wieder einmal für den Tag. Das halbstündige Eurosport-Format „Game, Schett & Mats“ war in der Zielgeraden.

Das Format, bei Grand Slam-Turnieren stets im Einsatz, ist mittlerweile 6 Jahre alt. Das Wesentliche blieb beim Alten – zwei Ex-Profis, die gut miteinander können, reden über den Spieltag, der gerade Geschichte wurde, und das unnachahmlich charmant (obiger „tänzelnder“ Wilander, zum Beispiel, hatte es gerade sehr mit dem Kreuz).

Aber die Umstände haben sich geändert. Die Sendung hat im Lauf der Jahre abgehoben, läuft nun in 30 Ländern. Und wurde entsprechend erweitert, jetzt hat auch das ehemalige Enfant-terrible John McEnroe seinen „Commissioner“ genannten Slot. „Der spielt dort seinen Komischen“, erzählt Ms Schett anlässlich ihres Besuches beim WIENER. Außerdem spielte er den Trigger zu einer an sich winzigen Veränderung, die allerdings weit mehr war als lediglich Sprachkosmetik. „Mats statt Match?“, plusterte er sich in der Rolle des Commissioners auf, „warum dann nicht Schett statt Set?“. Und so wurden der ursprünglich unter „Game, Set & Mats“ laufende Sendung spät, aber doch, drei Buchstaben angefügt: Schett statt Set.

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Gepostet von Barbara Schett – Official Site am Montag, 5. Juni 2017

„Für mich war es überraschend“, sagt die ehemalige Nummer 7 des Damentennis, „ich wusste auch nicht, ob es Mats recht ist, und plötzlich hat es John angekündigt.“ Für Andere war es längst überfällig. Insbesondere das englische Tagblatt „The Times“ hat das Thema immer wieder mal aufgeworfen: „Game, Set & Mats? Eine Frau macht die Arbeit, und ein Mann heimst den Credit dafür ein? Geht es noch?“, hieß es dort unter anderem.

Schett -Faktor: Anfang des Millenniums wurde die Tirolerin zur attraktivsten Tennisspielerin des Planeten gekürt. Foto: Getty.

Aber gut, das ist jetzt korrigiert. Es war ein Sieg, an dem die in Innsbruck geborene Tirolerin nur indirekt mitwirkte, indem sie simply Barbara Schett war. Eine Rarität, in Wahrheit. Es gibt viele Ex-Tennisstars, die kompetente TV-Kommentatoren wurden, es gibt auch viele, die gut aussehen – aber es gibt wenige, die diesen „Schett-Faktor“ haben, wie ein englischer Kolumnist neulich meinte: „Sie hat diesen schwer zu definierenden, aber leicht erkennbaren femininen Charme, der heutzutage so selten anzutreffen ist“. Ein Charme, den auch Wilander ganz offenbar genießt, das macht die Sendung so großartig. „Uns verbindet eine lange Freundschaft, wir vertrauen einander“, sagt Schett.

Sie ist gerade aus Paris eingetroffen, hat etwas Zeit für ein Date mit dem WIENER gefunden. Sohn Noah (9), der mit Oma Schett zuhause im australischen Noosa Heads verblieben war, ist nun auch bei ihr, und morgen geht es nach Mallorca, dort ist Gatte Joshua Eagle, ein Tennis-Coach, im Einsatz. Typisches Jetset-Leben, wie es eben ist im Tennis. „Wir telefonieren täglich“, sagt Ms Schett-Eagle.

WIENER des Monats: Barbara Schett-Eagle, 42, ehemals Nr. 7 der Weltrangliste, heute Tennis-VIP von Eurosport.

Und jetzt steht also Wimbledon am Terminplan, es wird etwas intimer, freut sie sich. „Die Familie ist mit dabei, wir haben uns eine Wohnung genommen.“ Außerdem wird das Format auf 12 Minuten gekürzt, in Wimbledon ist nun mal die BBC der Platzhirsch. In deren Redaktionsräumen allerdings die Nervosität wächst. Eurosport nagt ständig an deren Zuschauerbilanz, und vor allem haben sie nichts zu bieten, das dem Charisma von „Game, Schett & Mats“ nahe kommt. Vergangenes Jahr wurde ein ähnliches Format versucht, das allerdings kläglich scheiterte. Der altbackene, in Tradition verhaftete Präsentations-Stil Marke BBC kommt an die lockere Eleganz des Duos Schett/Wilander nicht ran. Was auch die Tennisprofis quittieren. „Alle Stars lieben uns“, sagt Schett. Ein WIENER-Schreiber kann das nach einer Stunde mit ihr mühelos verstehen. Schwer zu sagen, wie sowas läuft, aber in der Nähe dieser makellosen Frau kannst du dich nur wohlfühlen.