Erster Test: Skoda Octavia Combi

Erster Test: Skoda Octavia Kombi

Der neue Octavia Combi im ersten Test
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Skoda03.05.2013 | 00:00 Philipp Stalzer(autonet)

Lieblingskombi der Österreicher
Welches Auto die heimische Hitliste seit Jahrzehnten anführt ist hinlänglich bekannt – wer der Kombi-Star im Segment der Kompakten ist, eher weniger. Es ist ein sympathischer Typ aus dem benachbarten Ausland, einer mit Nehmerqualitäten und doch Sinn für Details. Herr und Frau Österreichers Lieblingskombi ist der Skoda Octavia Combi. Nicht weniger als 90% der Octavias werden als Combi geordert. Praktischer Familienkombi mit schlauen Alltagslösungen oder imageneutrales Firmenauto mit tollem Preis/Leistungsverhältnis – Der Erfolg des Skoda Octavia Combi ist kein Zufall. Wir hatten auf ersten Testkilometern die Möglichkeit, die brandneue, dritte Generation des tschechischen Lademeisters unter die Lupe zu nehmen. 

Motorisierungen von heute – für morgen. 
Ein sehr wichtiges Thema bei der Entwicklung des neuen Skoda Octavia war die Effizienz. Die Ansatzpunkte waren das Gewicht und die Motorentechnologie. Bis zu 100 Kilo leichter (je nach Motorisierung und Ausstattung) ist der neue leichter als sein Vorgänger. Das ist doppelt praktisch. Ein Motor der weniger zu schleppen hat, fährt dynamischer und braucht dazu weniger Treibstoff. Bis zu 17%, also etwa 1 Liter, sollen es sein. Der beliebte 1,6 Liter Commonrail-Diesel mit 105 PS verbraucht nun 3,8 Liter auf 100 Kilometer. Auf unseren Testfahrten ist das Aggregat gut gedämmt und in der Stadt und Überland ist der Motor sehr empfehlenswert. Auf der Autobahn muss er sich schon etwas Mühe geben. Das Öko-Aushängeschild ist derselbe Motor als "GreenLine"-Variante. Mit 110 PS kommt er laut Normtest mit 3,3 Litern auf 100 Kilometern aus. Diese Motorisierung ist allerdings erst im zweiten Halbjahr 2013 verfügbar. Die Benziner (1,2 (86 PS bzw. 105 PS), 1,4 (140 PS) und 1,8 (180 PS) Liter Hubraum) sind allesamt TSI Motoren und empfehlen sich durch hohe Laufruhe und erstaunlich guten Durchzug trotz der eher kleinen Hubräume. Bis auf den schwachen Benzinmotor sind alle Varianten mit Start/Stop-System und Rekuperation ausgestattet (Green tec Modelle). Das Doppelkupplungsgetriebe "DSG" ist für die 105 PS und 150 PS (2,0 TDI) Dieselmotoren, sowie für den starken Benziner erhältlich. Im Fahrbetrieb schaltet das DSG die Gänge gewohnt beinahe unbemerkt und nahezu perfekt, im Langsamfahrbetrieb wurde eifrig verbessert sodass das DSG beinahe nicht mehr von einem Wandlerautomatikgetriebe zu unterscheiden ist. Ein toller Schritt in Richtung verbessertem Komfort – wie auch viele weitere Features des neuen Octavia Combi.

Mehr Platz und Komfort

Dass der Octavia Combi an sich auf der Kompaktwagenplattform des Volkswagenkonzerns basiert (und auch diesem Segment offiziell zugeordnet wird), ist angesichts des Platzangebotes mehr als untertrieben. Wie schon sein großer Bruder Superb schlägt der Octavia Combi in Punkto Geräumigkeit im Innenraum Konkurrenzprodukte mit Bravour. Die Karosserie ist 90 Millimeter länger und 45 Millimeter breiter geworden. Das kam vor allem den Passagieren zu gute. Neben der Kopffreiheit und der Ellenbogenbreite für beide Sitzreihen ist vor allem der Knieraum im Fond (+26 mm) deutlich gewachsen. Der Kofferraum fasst 610 Liter, der Bestwert im Segment. Gut gefallen auch kluge Detaillösungen wie mit Hebel im Kofferraum umlegbare Rückbank, ein Eiskratzer im Tankdeckel oder ein Warnwestenfach unter dem Fahrersitz. 

Die Abmessungen im Detail:

Optional als 4x4 mit Allradantrieb
Stark verbessert wurde auch die Geräuschdämmung. Vor allem die TSI-Modelle sind auch bei hohem Tempo auf der Autobahn sehr angenehm leise, die Fahrgeräusche und auch Windgeräusche halten sich vornehm zurück. Das kann auch der optionale Allradantrieb sehr gut, bis er sich dann im Bedarfsfall mit Grip auf allen Vieren zum Dienst meldet. Fast die Hälfte aller hierzulande verkauften Skoda Octavia Combi sind Allradmodelle – logisch, dass der Vierradantrieb beinahe zeitgleich zum Marktstart erhältlich ist (1 Monat später, ab Juni 2013). Das System wurde ebenfalls überarbeitet. Es sorgt nun eine Haldex-Kupplung der fünften Generation für die Kraftzuteilung an de Hinterachse und das so, wie man es von einem guten Allrad erwatet – völlig unspektakulär, souverän und unbemerkt. Ebenfalls wichtig: der Antriebsstrang zur Hinterachse kostet keinen Platz, alle Maße für die Insassen und das Gepäck bleiben erfreulicherweise Ident. Nur die Motorenauswahl ist etwas eingeschränkter. Mit Allradantrieb verfügbar sind der 1,6 Liter TDI (105 PS, 4,5 l/100km), der 2,0 TDI (150 PS, 4,9 l/100km) und der 1,8 TSI (180 PS, 6,7 l/100km), wobei nur letzterer (ausschließlich) mit DSG Getriebe verfügbar ist.

Optional: Allrad mit DSG:

Technologien und Assistenzsysteme am Puls der Zeit

Viele Optionen die bisher höheren Fahrzeugklassen vorbehalten waren, sind nun auch im Octavia Combi erhältlich. Der Abstandsradartempomat (ACC),das schlüssellose Zugangssystem und die elektrische Heckklappe sind nur drei nette Extras aus einer langen Liste. Auch bei den Navigationssystemen wurde deutlich nachgebessert: Die Top-Radionavigation "Columbus" verfügt neben intuitiver Bedienung der dutzenden Optionen auch über einen Näherungssensor (blendet Menüs durch Handbewegung ein) und ein riesiges, acht Zoll großes und brillantes Display. Erstmals in einem Skoda ist auch ein optionales Soundsystem eines namhaften Herstellers erhältlich (Canton).

Assistenzsysteme im Skoda Octavia Combi:

Kosten und Nutzen
Da der Skoda Octavia Combi trotz all seiner Perfektion und dem hohen Level an Komfort und Qualität auf eine Klientel mit dem Rechenschieber in der Hand abzielt, muss das Preis/Leistungsverhältnis auch diesmal wieder stimmen – immerhin ein Kernwert der Marke. Mit einem Einstiegspreis von 18.930 Euro für den 1,2 TSI mit 5-Gang Schaltgetriebe bis zu 30.010 Euro für den 150 PS starken 2,0 TDI mit Doppelkupplungsgetriebe in der besten Ausstattungsvariante "Elegance" ist für jeden Einsatzzweck und auch für variierende persönliche Möglichkeiten das passende Produkt vorhanden. Das Preis/Leistungsverhältnis passt nach unseren ersten Testfahrten gut wie eh und je. Denn auch wenn der Preis durchschnittlich um 2000 Euro angehoben wurde – mindestens diesen Betrag ist das Auto solider, geräumiger, hochwertiger und ansprechender geworden. Vermutlich wird es nicht lange dauern und der Skoda Octavia Combi wird wie seine Vorgänger fixes Bestandteil des Straßenbildes – das Zeug dazu hat er jedenfalls.

Die Preise für den neuen Skoda Octavia Combi im Detail:

Benziner:
1.2 TSI 63 kW/86 PS 5-Gang-Schaltgetriebe ab 18.930,–  Euro
1.2 TSI Green tec 77 kW/105 PS 6-Gang-Schaltgetriebe ab 20.380,–  Euro
1.4 TSI Green tec 103 kW/140 PS 6-Gang-Schaltgetriebe1 ab 23.940,–  Euro
1.8 TSI Green tec 132 kW/180 PS 6-Gang-Schaltgetriebe2 ab 27.760,-  Euro
1.8 TSI Green tec 132 kW/180 PS 7-Gang-DSG ab 29.760,-  Euro


Diesel:
1.6 TDI Green tec 77 kW/105 PS 5-Gang-Schaltgetriebe ab 22.530,–  Euro
1.6 TDI Green tec 77 kW/105 PS 7-Gang-DSG1 ab 26.090,–  Euro
2.0 TDI Green tec 110 kW/150 PS 6-Gang-Schaltgetriebe1 ab 25.990,–  Euro
2.0 TDI Green tec 110 kW/150 PS 6-Gang-DSG1 ab 27.990,–  Euro

Die Preise für die Dieselmodelle stehen noch nicht fest.

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