Knoll & WalekIhre Große Chance

Die neue ORF-Casting-Show (ab 9.9.) heißt "Die große Chance". Tatsächlich ist diese Produktion nicht nur eine große Chance für die Kandidaten, sondern auch für Andi Knoll (Moderation) und Tom Walek (Casting). Grund genug, mit den beiden Ö3-Stars Grundsätzliches zu klären.

Menschen10.04.2010 | 09:42 Verena Eissner-Eissenstein(wiener)

Wenn die Herren Andi Knoll und Tom Walek aufeinander treffen, ist meist auch abseits ihres Senders was los. Und dass Ö3 jenen unglaublichen Erfolg hat, der eine öffentlich rechtliche Radiostation nicht nur in ihrer Selbstwahrnehmung zum „Hitradio Ö3" adelt, liegt wohl auch daran, dass sich Typen wie diese beiden regelmäßig gute Schmähs zuschieben. Sei es im Ö3 Wecker (den Knoll unter anderem moderiert und in dem Walek die Außenstelle „Mikromann" gibt), im TV, wo das Duo für das neue Format „Die große Chance" zusammengespannt wurde, oder im WIENER-Interview.

Welche Aufgabe habt ihr genau bei „Die große Chance"?

W: Ich bin das Sprachrohr bei den Ö3-Castings. Ich sitze in der Mitte und darf dem jeweiligen Kandidaten sagen, was los ist. K: Ich habe die große Freude, das, was bei den Castings antanzt und vom Tom mit dem Mikrofon festgehalten wird, vorab im Wecker zu präsentieren.

Aus der bisherigen Casting-Erfahrung: Wie groß ist der Prozentsatz von mediengeilen Leuten und wirklichen Talenten?

K: Ich glaube, es überwiegen schon die Talente. W: Pro Casting sind es 30 bis 40 Prozent, die sofort wieder heimmarschieren, aber auch bei vielen von denen kann man sagen: Gut, dass sie da waren. Falls irgendwer Bedenken hatte, ob wir überhaupt 50 zammkriegen, dann sind die längst ausgeräumt. Das ist ja wieder so eine typisch österreichische Haltung: Was wird Österreich schon für Talente haben? Aber alle sind stolz, dass Red Bull aus Österreich kommt... K: Es kommt eh aus Thailand. W: Das ist wurscht. Die Idee ist in Österreich entstanden. Natürlich hat ein Land wie Deutschland prozentual mehr vermeintliche Talente. Das heißt aber gar nichts, finde ich.

Habt ihr euch viele andere Talentshows angeschaut?

K: Ich bin generell von Shows fasziniert, vor allem international. Die deutschen schaue ich mir nicht an, das halte ich nicht aus. Aber ich schaue gerne American Idol und Britains Talent. Aber abschauen tu' ich mir nichts. W: Ich bin in Wirklichkeit kein Casting-Schauer, nicht in der Art von: Jetzt ist Freitag, ich muss auf Dieter Bohlen warten, dass der wieder irgendwelche Blödheiten von sich gibt.

Gibt es bei euch einen „bösen" Juror à la Dieter Bohlen?

K: Nein, das glaube ich nicht. W: Na ja, der Sido... K: Der ist ja nicht böse. Der ist unterhaltsam. Ich hoffe, dass unsere Jury eher durch Kompetenz glänzen wird als durch bösartige Kommentare. Aber für den Sido - da hast du Recht - kann man keine Verantwortung übernehmen.

Welche Darbietung hat euch bis jetzt persönlich am besten gefallen?

W: Bei den Ö3-Castings gab es bisher zwei bis drei Sachen, die ganz großartig waren. Wir hatten zum Beispiel - klingt ganz unspektakulär, war aber sensationell gemacht - einen Bauchredner, der sich selbst und die Figur die ganze Zeit verarscht hat. K: Oder vier Artisten, um die 15 Jahre alt. Die haben eine unfassbar schnelle Choreografie gemacht. Auch lässig gefunden habe ich einen 14-Jährigen aus Parndorf, der gesagt hat, er macht Lady Gaga nach. Allein die Tatsache, dass der sagt, er bestellt sich im Internet 12 cm hohe High Heels und macht dort jetzt auf Lady Gaga, das taugt mir. Ohne Rücksicht auf Verluste, es ist mir scheißegal, was die Menschheit über mich denkt. Auch dafür ist so eine Show gut und richtig und wichtig. W: Es kommen auch ganz viele Leute mit Migrationshintergrund, die erste Generation, die hier in Österreich lebt und aufgewachsen ist. Wir hatten zum Beispiel in Innsbruck drei türkische Burschen, die beim türkischen Supertalent bis ins Halbfinale gekommen sind. Sie leben aber in Österreich und sagen, dass sie viel lieber hier etwas machen wollen. Das finde ich ganz großartig, schließlich kann man ja nicht sagen: Wien, Innsbruck - was auch immer - gehört nur den Österreichern.

 

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