Thom Browne: Stil mit Bruch

Hochwasserhosen und knallenge Sakkos – seine Mode sieht aus wie zu heiß gewaschen. Darin würde er auch unseren Bundespräsidenten sehen. Jetzt desgint Thom Browne auch Brillen.

Kurz & gut sind nicht nur seine Anzüge, sondern auch seine Antworten. Designer Thom Browne braucht nur ein einziges Wort um seinen ungewöhnlichen Stil punktgenau zu beschreiben: Simple.

Die Adjektive: „Zu eng und zu kurz“ wären genauso passend – beziehungsweise eben nicht. Damit hat er nicht nur Anna Wintour, sondern auch den Rest der Branche überzeugt. Vergangenes Jahr wurde Browne zum einflussreichsten Designer in der Kategorie Männermode mit dem WSGN Global Fashion Award ausgezeichnet. Die Ehrung bekam er nicht nur für sein eigenes Label, sondern auch für seine Arbeit für die Traditionsmarken Brooks Brothers und Moncler, für die er jeweils eigenständige Linien designt.

Charakteristisch für jede von Brownes Kollektionen sind klassische Anzüge in den traditionellen Farbvarianten und die am liebsten in schlichten Grautönen. Das klingt schon beinahe langweilig, wären da nicht kleine Details wie zu kurze Hosenbeine und Ärmel. Damit schockiert er weniger als so mancher Kollege: Riccardo Tisci druckte beispielsweise Rottweiler mit gefletschten Zähnen plakativ auf Hemden. Das sorgt vielleicht für kurzes Aufsehen, aber Browne provoziert subtiler. Wer seine Mode trägt, kann sicher sein, dass die Leute ein zweites Mal hinsehen.


Das erfordert nicht unbedingt Mut, wie er meint, aber ein gesundes Selbstbewusstsein. Auf die Frage, wer seine Outfits denn tragen soll, antwortet er knapp: „Selbstsichere Individualisten.“

Für die ist auch seine neue Brillenkollektion gedacht. 20 unterschiedliche Modelle umfasst die erste Kollektion mit dem Brillenhersteller DITA. Inspiriert wurde sie von Künstlern, Architekten und auch Politikern der 40er und 50er Jahre. Genau diese Berufsgruppen sieht er auch als potenzielle Käufer. Dem österreichischen Bundespräsidenten Fischer beispielsweise legt er seine Mode nahe. Seine Empfehlung: Als Einstieg eine Brille! Ideal für alle, die erst das besagte modische Selbstbewusstsein entwickeln müssen. Bis wir Heinz Fischer gewollt in Hochwasserhosen sehen, wird es aber wohl noch dauern. Webtipp: thombrowneeyewear.com