Tage wie diese: Die Toten Hosen vs. Angela Merkel

Anlässlich ihres Wahlsiegs gab die CDU den Tote Hosen-Hit „Tage wie diese“ zum Besten. Diese zeigen sich wenig erfreut.

Mit ihrer Single „Tage wie diese“ (erschienen auf dem 2012 veröffentlichten Album „Ballast der Republik„) haben Die Toten Hosen nicht nur einen ihrer größten Erfolge überhaupt gefeiert sondern auch ein regelrechtes Monster erschaffen. Von Stadien über Siegesfeiern von Sportvereinen, von Bierbänken am Oktoberfest bis zu Karnevalstreffen – und ganz übel, auch in ORF-Sportmoderatorenwerbungen: jeder singt es gern in Stunden des vermeintlichen Triumphs.

Wo die Toten Hosen politisch stehen, ist nicht zuletzt aufgrund ihres jahrelangen Engagements für Asylrecht deutlich – und dass gerade Angela Merkel, die in Deutschland mit der CDU knapp an der Absoluten vorbeischlenderte, ihren Song als Triumphhymne interpretierte, ist für Campino, Kuddel, Breiti & Co naturgemäß nur wenig erfreulich.

Auf ihrer Facebookseite reagierte die Band prompt:


Liebe Freunde,

wir verfolgen aus dem Übungsraum amüsiert die derzeit laufende Kontroverse über die CDU-Version von „Tage wie diese“. Uns persönlich kam die Darbietung eher wie ein Autounfall vor: Nicht schön, aber man schaut trotzdem hin… Denn eins ist ja wohl klar: Das grausam vorgetragene Lied war immer noch mit Abstand die beste Leistung, die die CDU in letzter Zeit hervorgebracht hat. Auf die Frage, was wir zur Verwendung unserer Musik bei politischen Veranstaltungen sagen, können wir nur nochmal erneut auf unser Statement vom August hinweisen: „Wir distanzieren uns von der Verwendung unserer Musik im Wahlkampf! In letzter Zeit sind wir mehrmals darauf aufmerksam gemacht worden, dass unser Lied „Tage wie diese“ immer wieder auf verschiedenen Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt wird, vor allen Dingen bei CDU und SPD. Die Rechtslage ist leider so, dass wir dagegen nichts tun können. Wir haben nie ein Problem damit gehabt, wenn unser Lied vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest den unterschiedlichsten Menschen Freude bereitet. Wir empfinden es aber als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft. Hier wird sie klar missbraucht und von Leuten vereinnahmt, die uns in keiner Weise nahe stehen. Die Gefahr, dass Menschen auf die Idee kommen können, dass es eine Verbindung zwischen der Band und den dort beworbenen Inhalten gibt, macht uns wütend. Es wäre in unseren Augen ein Zeichen des Anstands gewesen, uns vorher zu fragen, ob wir ein Problem mit der Verwendung unserer Musik bei diesen Abenden haben und zu respektieren, wenn wir das nicht wollen.“

Viele Grüße, Die Toten Hosen

Hier das Video der CDU-Version: