Gaming: Atomkrieg-Simulation First Strike sorgt für heftige Debatten

Mit seinem Atomschlag-Spiel für Mobilgeräte macht ein Schweizer Studio Kohle und will (angeblich) für das Thema Nuklearkrieg sensibilisieren.

Wettrüsten, Atomkrieg, Nuklearwaffen – das sind Schlagworte, die man eigentlich nicht so gerne hört und daher verdrängt. Ausgerechnet ein Spiel ist nun diesem Thema gewidmet: „First Strike“ nennt sich das Game eines kleinen Schweizer Entwicklerstudios names Blindflug Studios, das es für iOS-Geräte im App Store (3,59 Euro) und für Android-Geräte im Google Play-Store (2,87 Euro) herunterzuladen gibt.

Im Prinzip handelt es sich um eine Abwandlung des bekannten Brettspiels „Risiko“, bei dem Zug um Zug die Weltherrschaft errungen werden muss. Der Unterschied: Hier stehen Atomraketen im Mittelpunkt, mittels technologischer Aufrüstung müssen die Spieler Vorteile gegenüber ihrem Gegner erringen. Wenn man also ein anderes Land erobern will, macht man seine Raketen startklar und zerstört den Gegner – dann wird angezeigt, wie viele Menschenleben dieser Angriff gekostet hat. 

Schlechtes Gewissen?

Dieser Umstand hat heftige Kritik an dem Spiel hervorgerufen, wie auch die Entwickler selbst zugeben. Allerdings berufen sie sich darauf, dass sie mit ihrem Game zum Denken anregen wollen und nicht das Thema Atomkrieg verharmlosen wollten. „Wir sind der Meinung, dass Gaming ein sehr mächtiges Medium ist und wir hoffen, dass First Strike globale Problemstellungen und Gaming kombiniert – und hoffentlich auf diese Weise die Menschen dazu bringt, sich mit Themen wie Atomkrieg wirklich auseinanderzusetzen und nicht nur darüber zu reden“, wird Moritz Zumbühl von Blindflug Studios in einer Aussendung zitiert. Ganz ohne schlechtes Gewissen dürften die Entwickler aber dann doch nicht sein. Sie haben sich laut Pressemeldung entschlossen, ein Viertel des Netto-Ertrags des Spiels an die Organisationen ICANW und Greencross, die sich weltweit für die Abrüstung von Nuklearwaffen einsetzen, zu spenden.


Dem Erfolg in den App-Stores tut die heikle Thematik jedenfalls keinen Abbruch: Innerhalb einer Woche nach dem Start war das Spiel in einigen Ländern in den Top-Rankings vertreten. Auch in Österreich soll das Interesse groß sein.