Social-Media: „Generation Selfie“ in Österreich

57 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in Österreich machen mit der Handykamera Fotos von sich und laden sie auf Web 2.0-Plattformen ins Netz.

57 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in Österreich machen mit der Handykamera Fotos von sich und laden sie auf Web 2.0-Plattformen ins Netz. 59 Prozent von ihnen sind weiblich. Das geht aus einer Studie des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien hervor, in deren Rahmen 600 Personen dieser Altersgruppe online befragt wurden.

„Jugendliche und junge Erwachsene agieren im Web 2.0 als Lifestyle-ReporterInnen in eigener Sache. Erstaunlich viele präsentieren sich dabei als begnadete SelbstdarstellerInnen“, erläuterte das Institut für Jugendkulturforschung am Montag in einer Aussendung. Besonders „selfie-affin“ seien Jüngere sowie Jugendliche aus performativen Jugendkulturen wie HipHop.

Die Art und Weise, wie sich Jugendliche in den Selbstporträts, die sie ins virtuelle Schaufenster stellen, zeigen, orientiere sich am Gefälligen und an den ästhetischen Standards, welche die Medien-und Werbelandschaften prägen. „In gewisser Weise ist die Generation Selfie eine Generation von Normopathen, die sich lieber am Geschmack der Masse orientiert, als eigenwillig mit Individualität zu experimentieren und im Körperbild ganz bewusst auf Brüche mit der Norm zu setzen“, erklärte Studienleiterin Beate Großegger.


Abgefragt wurde in der Studie auch, welche Sportarten die Selfie-Affinen besonders cool finden. Das sind Skateboard, Snowboard und Klettern. „Klettern ist bei jungen Menschen sehr ‚angesagt'“, erläuterte Co-Studienleiterin Martina Schorn. Selfies seien mittlerweile nicht allein ein jugendkulturelles Phänomen, sondern taugten auch als Marketing-Gag, so Schorn in der Aussendung. „Das zeigt sich etwa am Beispiel von Ellen deGeneres, die bei der Oscar-Verleihung mit einem promigespickten Selfie einen neuen Rekord auf Twitter aufstellte.

Die bei den jungen Menschen in Österreich populärsten Web 2.0-Plattformen seien neben YouTube nach wie vor Facebook und WhatsApp. 85 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen Facebook, 69 Prozent den Kurzmitteilungsdienst WhatsApp, 53 Prozent beides, informierte das Institut für Jugendkulturforschung.