Die neue Wiener Nacht: Wohin die Stadt nach Mitternacht wirklich geht
MEHR AUS STADTLEBEN →Zwischen letzter U-Bahn und erstem Kaffee: Wien hat eine Stunde, die niemandem gehört.
Manche Städte schlafen. Wien tut nur so. Wer die richtige Tür kennt, findet nach Mitternacht ein anderes, ehrlicheres Wien.
Es ist nicht das Wien der Postkarten, das nach zwei Uhr früh übrig bleibt. Es ist leiser, wärmer und ein bisschen verschworen: eine Handvoll Bars ohne Schild, ein Beisl, das erst aufmacht, wenn die anderen zusperren, und die immer gleichen Gesichter, die man nur um diese Zeit trifft.
Die Stunde nach der Sperrstunde
Wer glaubt, in Wien sei um Mitternacht Schluss, war noch nie um halb drei am richtigen Ort. Die Stadt hat gelernt, ihre schönsten Adressen nicht auszuschildern: Man kennt sie oder man kennt sie nicht. Genau das macht den Reiz aus, den keine App abbilden kann.
Der Wein ist besser geworden, die Musik leiser, das Publikum älter und interessanter. Wo früher getanzt wurde, wird heute geredet, und das oft bis in den Morgen.
Warum das funktioniert
Eine Stadt ist so lebendig wie die Stunden, die sie sich selbst gönnt. Wien hat verstanden, dass Exklusivität nicht laut sein muss, sondern nur schwer zu finden. Wer dazugehört, weiß es. Alle anderen lesen darüber, am nächsten Tag, in diesem Magazin.