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Bhutans lauteste Stille

Beim „Bathing Carnival Bhutan“ vom 6. bis 8. November wird aus einem jahrhundertealten Reinigungsritual eine ausgelassene Wasserschlacht – mitten im Himalaya-Königreich, das sonst für Stille und Nationalglück bekannt ist.

Von Redaktion · 26. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Das Kloster Paro Taktsang, bekannt als Tiger's Nest, in Bhutan

Man kennt die Bilder: Mönche in dunkelroten Roben, Gebetsfahnen, die im Wind knattern, ein Land, das sein Bruttonationalglück in die Verfassung geschrieben hat. Bhutan gilt als das leiseste Reiseziel der Welt, ein Ort zum Innehalten, nicht zum Austoben. Umso mehr überrascht, was sich im November im Osten des Landes abspielt: Menschen, die einander mit vollen Eimern bewerfen, gemeinsam in Flüsse springen und tagelang feiern. Kein Widerspruch, sagt das bhutanische Tourismusministerium – sondern dieselbe Tradition, nur lauter erzählt.

Woher kommt das Wasser plötzlich her?

Der „Bathing Carnival“ ist von Thruebab inspiriert, Bhutans traditionellem „Blessed Rainy Day“: An diesem Tag gilt Wasser als gesegnet, ein Bad steht für die Reinigung von Körper und Geist. Unter dem Motto „Celebrating the Joy of Water“ macht das dreitägige Festival vom 6. bis 8. November 2026 daraus ein Mitmach-Erlebnis mit Wasserschlachten, gemeinsamem Baden und Wasser-Staffeln, dazu Fliegenfischen, Marktbesuche und traditionelle Mahlzeiten auf Bambusmatten. Schauplatz ist Telung in PemaGatshel, dem „Lotus Valley“ im Osten des Landes – fernab von Paro, Thimphu oder Punakha, jenen Stationen, die man aus dem Bildband kennt.

Buddhistische Gebetsfahnen auf dem Weg zum Kloster Paro Taktsang in Bhutan
Gebetsfahnen auf dem Weg zum Kloster: das stille Bhutan, das man kennt. © Devender Goyal / Wikimedia Commons

Warum ausgerechnet dieser Termin?

Der Novembertermin ist kein Zufall: Nur wenige Tage zuvor, am 1. November, sollen im Rahmen des königlichen „Project 108“ in der Gelephu Mindfulness City an einem einzigen Tag 108 buddhistische Chortens errichtet werden, spirituelle Gebets- und Meditationsorte. Wer beides erleben will, kombiniert eine stille Zeremonie mit einem lauten Fest, innerhalb einer Woche. Ab 2027 soll der „Bathing Carnival“ dann jährlich vom 1. bis 3. November stattfinden. „Mit Veranstaltungen wie dem Bathing Carnival schaffen wir innovative Erlebnisse, die Reisende dazu einladen, Bhutan abseits der bekannten Pfade zu entdecken“, sagt Damcho Rinzin, Direktor des Department of Tourism Bhutan.

Ankündigungsbild zum Bathing Carnival Bhutan im November 2026
Der „Bathing Carnival Bhutan“ findet vom 6. bis 8. November 2026 erstmals statt. ⚠️ Bildbreite nur 614 px — bitte Pressefoto in Vollauflösung nachlegen. © Department of Tourism Bhutan

Ein Land, zweimal gedacht

Bhutan bleibt dabei, was es immer war: ein Land von der Größe Baden-Württembergs, mit sechs Siebentausendern und dem höchsten unbestiegenen Berg der Welt, dem Gangkhar Puensum. Bergsteigen oberhalb 6.000 Metern ist seit 1994 gesetzlich verboten, aus Respekt vor den Berggöttern. Der „Bathing Carnival“ widerspricht dieser Zurückhaltung nicht, er ergänzt sie nur um eine zweite Seite: dieselbe Kultur, einmal in der Stille des Klosters erlebt, einmal in einer Wasserschlacht mit Fremden. Wer im November hinreist, bekommt am Ende beides – und merkt, dass es dasselbe Wasser ist, das dort oben in den Gebetsfahnen weht und hier unten durch die Luft fliegt.