Essen

Neapels Kulinarik-Botschaft wird ausgebaut

Text: Roland Graf

Für einen echten Neapolitaner macht Diego Elia einige Zugeständnisse. Denn in der kampanischen Stadt, in der die Pizza erfunden wurde, gibt es nur die „Margarita“ und die „Marinara“. Basta! Alles andere sind Verirrungen, höflich nennt er sie „Speciale“. Doch hier in Wien in seinem Restaurant Angolo 22 gibt es auch mehr zu kosten als das klassische Duo, dessen perfekte Zubereitung über die Aufnahme in die „Associazione Verace Pizza Napoletana“ entscheidet. Und der Mann mit dem azurblauen Fankapperl des SC Napoli ist natürlich Mitglied. Es gibt daher Pizza verace, die dünne Teigvariante mit dem extra knusprigen Rand.

Der Hefeteig selbst geht immer schon am Vortag auf, damit er nach genügend Zeit zum „Rasten“ herrliche Blasen wirft, wenn die 400 Grad des Pizzaofens auf ihn treffen. So will es die hehre Lehre Napolis: 55 Sekunden, maximal 70 reichen, um die Pizza zu vollenden. Eine Uhr braucht der Mann an der Ofen-Öffnung aber keine, die leichten Röstspuren zeigen an, dass es Zeit wird zum Servieren. Trotz der schnellen Zubereitung kann es aber Wartezeiten geben in der Währinger Straße, denn das Publikum der umliegenden Uni-Institute hat rasch erkannt, welche Qualität hier um 8,90 Euro samt Salat zu Mittag serviert wird. Aber auch so manche Jungmama überrascht den Nachwuchs mit Knusprig-würzigem aus der Pizzeria.


Diegos Kompagnon Isa Tanriverdi mag sein akademisches Publikum, denn auch er hat einst in Innsbruck Pädagogik und Psychologie studiert, bis ihn das Leben als Wirt in den 9. Bezirk gestellt hat. Elia und er waren „ewig schon Nachbarn, die sich kannten“, ehe sie am „22er Eck“, so die Übersetzung des Lokal-Namens, gemeinsame Sache machten. Den Spaß an der traditionellen Küche sieht man ihnen an, allmählich wird die Ecke auch zum „Klein-Italien“ ausgebaut, wie Isa schelmisch meint. Mit einer neuen Schauküche wird auch das Speisenangebot – bisher auf Pizza und Pasta konzentriert – ordentlich erweitert. Aus der Rosticceria-Küche strömt also bald der Duft von gebratenem Fleisch. Jetzt aber gönnt sich das Duo einmal einen Espresso, der in diesem Fall aus Verona kommt – und wie erwartet muss er sehr gut sein, wenn sich selbst ein echter Neapolitaner für eine Rösterei aus dem Norden entscheidet.

Den Aperitivo als Institution gibt es auch, man pflegt ihn samstags mit der schwarzen Pizza als besonderen Gag. „Die Zutaten bekommen wir drei Mal die Woche aus Italien“, so Signore Tanriverdi, der uns eine Pizza Portafoglio serviert (4,50 Euro), die deutlich größer als die namensgebende Brieftasche ist. Und für den Tomaten-Unfriender am Nebentisch hat man eine der „Pizze Bianche“ parat, auf deren weißen Hügeln ganz zart angegrammelte Salami zu uns herüberblitzt. Sogar bei der „Quattro Formaggi“ sind es in Wahrheit fünf Käse, die der Pizzaiolo auf den Teig gibt. Denn der Mozzarella muss dabei sein, wenngleich Gorgonzola, Provolone und Co bereits einen mächtigen Belag darstellen. Aber, wie steht es am Türrahmen des Angolo 22 so schön? Pizza é una cosa seria. Stimmt, so wie die Teigkultur hier neben dem Straßenbahn-Gleis zelebriert wird, muss man das vermeintliche Fastfood sehr ernst nehmen. Grazie, Diego und Isa!

P.S: Wer beim „Italiener“ partout nicht ohne Calamari und Bistecca sein kann, für den gibt es ein verschämtes Einlegeblatt in der Speisekarte. Schließlich ist die Welt hier eine verführerisch duftende Scheibe. Dank Premium-Lieferservice Foodora kann man sich die italienischen Köstlichkeiten und knusprigen Pizzen auch schnell nach Hause liefern lassen.

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