Essen

Warum Mann dem Grill treu bleibt

Egal, ob vegan leben beliebt ist oder es Herbst, Winter, Frühling oder Sommer ist: Der Grill ist und bleibt des Mannes bester Freund. Warum das so ist und wie man es in allen Jahreszeiten betreiben kann? Man grillt weiter.

_01. Warum Männer grillen müssen. Wenn es September wird und die Temperaturen fallen, verwaist der Grill meist einsam im Garten. Allerdings ist das geradezu unmenschlich: Mann und Grill gehören zusammen. Immer. Bei Wind und Wetter wie bei goldenem Sonnenschein. Die überwältigende Mehrheit der Österreicher hat das erkannt und besitzt einen Grill.

Aber warum muss Mann grillen? Nun, es dürfte etwas damit zu tun haben, dass wir nicht immer in Büros und Betrieben saßen. Sondern vor Jahrtausenden haben wir unser Essen noch selbst gejagt und es lief fort, grunzte, schnaubte und versuchte uns zu entkommen. Aber keine Chance, es landete auf dem Feuer und man konnte sehen, wie das Fleisch langsam gar wurde. Manche versuchen sogar heute noch, sich wie Steinzeitmenschen zu ernähren und ganz auf angebaute Getreideprodukte zu verzichten.


Mittlerweile erlegen, abgesehen von Jägern, wohl die meisten Männer kaum noch das Essen für die Familie. Aber dafür gibt es immerhin den Gang zum Metzger. Dort schlummern die schönsten Fleischstücke, Filet, Würstchen, Steaks und warten nur auf Erbeutung per Kauf. Natürlich will die Familie versorgt werden: Also immer zu viel kaufen und am nächsten Tag noch vom Grillgut essen. So kann der Mann des Hauses seine Qualitäten als Versorger zeigen.

Aber nicht nur das macht das Grillen so genial. Ist die Grillschürze angelegt, ist ganz klar wer Chef ist. Schon ist entsprechende Zange das Hauptwerkzeug des Grillmeisters, der allein die Kontrolle über das brutzelnde Fleisch hat. Die meisten Grill-Profis setzen dabei ganz traditionell auf Holzkohle, viel weniger auf Gas oder Elektro. Kein Wunder, denn das echte, archaische Feeling kommt nur beim Feuer des Holzkohlegrills auf. Und der Rauchentwicklung trotzend, wendet der Grillchef das Fleisch. Unter anderem ist in Wien das Grillen an öffentlichen Plätzen untersagt, aber der heimische Garten oder Balkon bleibt natürlich möglich.

Etwas eigenartig ist die Tatsache, dass oft die Frauen die eigentliche Arbeit in der Küche verrichten, also das Fleisch in raffinierten Marinaden erst geschmacklich erstklassig werden lassen, Beilagen und Salate anrichten oder Dips und Saucen anrichten. Allerdings sollte ein echter Grillmeister sich auch selbst um Marinaden kümmern. Ansonsten verdient er diesen Titel eigentlich nicht. Es gibt übrigens nicht nur Barbecue-Marinaden, auch wenn man in diesen Zeiten ziemlich schnell den Eindruck bekommt. Die verschiedensten Möglichkeiten aus allen Herren Ländern stehen zur Verfügung und können für geschmackliche Abwechslung sorgen.

Übrigens: Auch wenn man am Grill gern Alphatier spielen möchte, ist es abgesehen von den Marinaden nicht verboten, der Partnerin Aufgaben abzunehmen, statt das Prestige für einen gelungenen Abend allein zu beanspruchen, aber abgesehen von der Grillaufsicht nichts zu leisten. Übrigens ist Aufsicht ein ganz wichtiges Stichwort: Ein souveräner Grillmeister sollte auch immer den Überblick haben.

Hat er Kinder, müssen diese unbedingt von der Hitze ferngehalten werden. Und je nach Alter sollten sie auch von manchen Speisen ferngehalten werden. Noch dringender ist der Hinweis übrigens für Tiere wie Hunde, die entweder dem Gastgeber oder einem der Gäste gehören. Diverse Gefahren lauern beim Grillen mit ihnen, die sich durch aufmerksame Beobachtung leicht verhindern lassen.

_02. Was wir wann grillen. In der Sommersaison kommt man um die Klassiker eigentlich nicht herum. Das sind dann nun einmal die guten alten Steaks, Würstchen und für die Veggies Produkte wie Halloumi. Ein guter Grillmeister bietet natürlich auch Alternativen zum Fleischgenuss und sollte vor dem Abend wissen, was seine Gäste essen oder auch nicht.

Ist die traditionelle Hauptsaison vorbei und das Grillen geht nicht mehr ohne dickere Kleidung, können auch mal Experimente stattfinden. Schließlich wird die Grillgemeinschaft dann in der Regel ohnehin kleiner. Warum also nicht mal selbst Pulled Pork Burger machen? Pulled Pork gibt es zwar fertig im Supermarkt zu kaufen, aber wo bleibt da der Reiz des Ausprobierens? Für Pulled Pork braucht man Schweinenacken oder Schweineschultern. Auch das sollte man möglichst hochwertig kaufen und nicht einfach im Discounter. Gute Qualität lohnt sich hier ganz besonders für die Gaumenfreuden. Allerdings braucht der Prozess, bis man einen guten Pulled Pork-Burger gemacht hat.

Das Gleiche gilt übrigens für Spareribs, die man sich auch im Winter mal gönnen kann. Es dauert viele Stunden, bis gute Spareribs fertig sind. Die Zutatenliste ist kurz, aber die Geduld muss schon da sein, damit man sich anschließend daran erfreuen kann. Das Experimentieren lohnt sich, denn bei den ersten Versuchen kann das Zubereiten der Rippchen schon mal schiefgehen.

Fazit. Da sich in unseren Breitengraden Herbst und Winter doch recht lang hinziehen, bleibt also genug Zeit, um sich mal richtig auszuprobieren. Und vielleicht kreiert man in der Zeit sein eigenes Rezept oder entwickelt eine eigene Marinade? Grillen ist nichts für Feiglinge, und deshalb sind hier echte Männer gefragt!

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