Motor

Daniel Huber und der Mazda CX-5

Mazda CX-5 – Mit den Augen eines Industrial Designers

Franz J. Sauer

Ein SUV, der einerseits allen technischen Herausforderungen an seine Bauart gerecht werden, dabei aber gleichzeitig konkurrenzfähig im Preis bleiben muss, ohne auf eine Fülle an Fisimatenten zu verzichten, verlangt seinen Zeichnern zu meist schwer bewältigbare Grätschen ab. Umso erstaunlicher erscheint, mit wieviel Liebe zum Detail gerade der Mazda CX-5 äußerlich auftritt. Und wie weit er sich doch letztlich seit seinem ersten Auftritt weiterentwickelt hat.

Ziemlich nüchtern geht Daniel Huber, Co-Eigentümer der hocherfolgreichen, Wiener Industrial Design Agentur „Spirit Design“ die Formensprache des Mazda CX-5 an. Nämlich zunächst durchaus mit eine paar Vorurteilen in Bezug auf Automobildesign im allgemeinen ausgestattet: „Auto-Designer toben sich vor allem bei Scheinwerfern aus. Früher waren das einfache Lampen, heute mit der LED-Technik kann man da ziemlich was machen.“ Dennoch kann er beim diesbezüglichen Auftritt des Mazda CX-5 keinen Makel finden, vor allem als er feststellt, dass die Scheinwerfer der Frontpartie dieselbe Formensprache sprechen, wie die Rücklichter. „Überhaupt ist der Abschluss eines Autos fast wichtiger als das Front-Design. Hier kann man leicht Fehler machen.“ Wichtig ist einem wie Huber die Haptik, „schönes Design muss sich auch gut anfühlen.“ Man hat den Eindruck, er streichelt den Mazda richtiggehend. „Noch viel wichtiger ist aber das Innere.“

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Etwa das Design von Railjet oder Westbahn entstammt der Feder der kundigen Spirit Designer.

Hier setzen sich gleich Elemente wie Lüftungsdüsen den Vorurteilen des Industrial Designers aus. „Am besten sind sie rund. Dann kann nix schiefgehen.“ Mit kundigem Blick sucht er nach Stellen, die man nicht gleich sieht, wo man also theoretisch sparen könnte, wird aber verblüffenderweise kaum fündig. Faszinierend kommt das Lenkrad, dick, fett, mit gut angeordneter Schalterei. Und auch an den Bedienelementen findet sich kein auffälliger Schnitzer. Im Gegenteil: die Schlüssigkeit der Ergonomie wird ausdrücklich gelobt.


Die Besonderheiten am Profiblick: Schmuckdesigner Simon Hausknost outete einen höchst unauffälligen Schnörksel am linken und rechten Rand des Kühlergrills als „aufwändige Design-Handarbeit“, Huber entdeckte ein kongruentes Zusammenspiel von Kühler-Form und Mazda-Logo, die uns nicht auf den sechzehnten Blick aufgefallen wäre. Als schwierigste Aufgabe wird von beiden die Notwendigkeit, Technik mit Design zu vermengen, ausgelobt. Und beiden gefiel diesbezüglich sehr gut, was ihnen der CX-5 präsentierte.