Was oben bleibt, ist der Blick
Das LOFT Wien im 18. Stock des Design Towers ist nach einer Neugestaltung durch BEHF Architects wieder offen, mit demselben 360-Grad-Blick über Wien wie zuvor.

Küchenchef Peter Duransky bleibt, General Manager Christian Klaus verspricht Kontinuität, und das Team trägt ab sofort neue Uniformen von Jürgen Christian Hoerl.
Der Lift braucht ein paar Sekunden zu wenig, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Unten die Praterstraße, oben plötzlich der ganze zweite Bezirk, dahinter die Lichter der Innenstadt. 74 Meter, 18 Stockwerke, ein Gebäude von Jean Nouvel, das Wien nie ganz entscheiden konnte, ob es ihm gefällt. Das LOFT liegt seit Jahren ganz oben in diesem Design Tower – und war schon öfter zu, öfter neu, öfter Thema. Diesmal soll es wieder das werden, was es einmal war: der Ort, an dem man hinfährt, um durchzuatmen, nicht nur, um gesehen zu werden.
Was sich verändert hat, sieht man vor allem am Material. BEHF Architects haben Bar, Lounge und Restaurant neu geordnet, heller, ruhiger, mit mehr Platz für den Blick nach draußen. Geblieben ist die illuminierte Decke der Künstlerin Pipilotti Rist, die den Raum von oben führt – ein Fixpunkt, der die Neugestaltung übersteht, weil er nie zur Diskussion stand.
Die Küche bleibt sich treu
Chef de Cuisine Peter Duransky, der Das LOFT seit 2018 verantwortet, bleibt an Bord. Seine Linie ist mitteleuropäisch grundiert: kräftige, vertraute Aromen, die mit saisonalen Zutaten neu gedacht werden, ohne unnötig kompliziert zu wirken. Dazu kommen mehr als 700 Positionen auf der Weinkarte und eine Bar, die für ihre Dopo-le-Cinque-Cocktails bekannt ist.
Wer steht hinter dem neuen Auftritt?
„Der wichtigste Gradmesser für die Neuausrichtung ist nicht die Optik, sondern wie sich unsere Gäste im neuen Ambiente fühlen“, sagt General Manager Christian Klaus. Auch das Team trägt die neue Linie sichtbar: Die Uniformen stammen vom Wiener Designer Jürgen Christian Hoerl, dessen Entwürfe zeitlose Eleganz und handwerkliche Präzision verbinden sollen – vom Interieur bis zum Auftritt am Tisch.
Nicht die erste Wiederkehr
Wien hat sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, die eigene Stadt von oben zu betrachten, von den Sommer-Hotspots mit Aussicht bis zu den schönsten Abenden der Stadt. Das LOFT war früh dabei, ist seither mehrmals verschwunden und wiedergekommen, und genau das ist Teil seiner Geschichte. Was bleibt, ist die Höhe, der Blick und ein Anspruch, der von der Architektur bis auf den Teller reicht.
Das LOFT Wien
Praterstraße 1, 1020 Wien – 18. Stock des Design Towers
Bar: Mo–Do 16–1 Uhr, Fr–Sa 16–2 Uhr, So 16–1 Uhr
Dinner: täglich 18–22 Uhr
Frühstück: Mo–Fr 6:30–10:30 Uhr, Sa–So 7–11:30 Uhr
Dresscode: elegant, leger
Reservierung: dasloftwien.at
Unten wartet wieder die Praterstraße, oben wartet der Blick – und der war, ehrlich gesagt, nie das Problem. Man schaut sich Wien am liebsten von oben an, wenn man weiß, dass man wiederkommen darf.





