Zwei Hauben, drei Gabeln, 15 Jahre
Seit 15 Jahren kocht Bernhard Gruber im Alten Backhaus in Wiener Neustadt auf, aktuell mit zwei Gault-Millau-Hauben und 90 Falstaff-Punkten. Anfang September wurde das Jubiläum mit einem Fünf-Gänge-Menü gefeiert.

Das Haus in der Bahngasse 1 gibt es länger als die Republik: Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1450, gebaut wurde es schon im 14. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg war es eines von nur zwei Gebäuden in Wiener Neustadt, die die Flächenbombardements unbeschadet überstanden. Bis 1971 wurde hier tatsächlich gebacken, dann wich das Mehl der Küche.

Wer steht seit 2011 am Herd?
Bernhard Gruber übernahm das Alte Backhaus 2011, gemeinsam mit Gastgeberin Petra Gruber und Sommelier Franz Schmutzer, der die Gäste durch die Weinkarte führt. Aus erstklassigen Grundprodukten, bevorzugt regional und biologisch, entstehen Teller, die Raffinesse nie mit Lautstärke verwechseln.
Was sagen die Tester?
Der Gault&Millau 2026 führt das Haus mit zwei Hauben und 14 Punkten, Falstaff vergibt 90 Punkte und damit drei Gabeln, seit 2015 durchgehend. Gruber kombiniert dabei klassische Handwerkstechniken wie Sous-vide und Onsen-Ei mit ultra-regionalen Zutaten aus dem Wiener Becken.
Wie wurde gefeiert?
Am 16. und 17. September wurde das Jubiläum mit einem Fünf-Gänge-Menü und Weinbegleitung vom Weingut Alphart aus Traiskirchen begangen. Wer die Feier verpasst hat, kann das Haus so nehmen, wie es die vergangenen 15 Jahre über war: verlässlich, unaufgeregt, mit einer Prise Ehrgeiz im Detail.
Nahezu sechs Jahrhunderte nach der ersten urkundlichen Erwähnung wirkt eine Küche, die seit 15 Jahren dieselbe Handschrift trägt, fast wie eine Randnotiz. Und genau darin liegt die Konstante des Alten Backhauses.



