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Amen, Prost, Kreta

Im Kloster Toplou im Osten Kretas wird Bio-Wein gekeltert, und wer im Ella Rocrita wohnt, kann ihn vor Ort verkosten. Das im März 2026 eröffnete Resort bietet dafür eine rund vierstündige „Monastery Tour“ an, buchbar direkt über das Haus.

Von Redaktion · 3. November 2026 · 3 Min. Lesezeit
Luftaufnahme des Ella Rocrita an der Ostküste Kretas zwischen Olivenhainen, Bergen und Meer

Dass Mönche und Weinkeller zusammengehören, muss man in Österreich niemandem erklären. In Klosterneuburg und Göttweig keltern die Stifte bis heute, und kein Mensch wundert sich darüber. Auf Kreta gibt es ein Kloster, das seinen Ruf ebenfalls eher im Fass als im Gebet erarbeitet hat. So schildert es zumindest die Aussendung des Resorts: Toplou sei nicht durch Meditation berühmt geworden, sondern durch Wein und Olivenöl. Ganz stimmt das nicht, denn auch das Ikonenmuseum zieht seit Langem Besucher an. Aber der Wein ist eben das, was man mit nach Hause nehmen möchte.

Wehrhaft, wiederaufgebaut

Rund 30 Autominuten vom Resort entfernt liegt das Kloster im äußersten Nordosten der Insel, zwischen Sitia und dem Palmenwald von Vai. Es sieht aus wie eine Festung, und das war es auch: Seit dem 14. Jahrhundert wacht der Bau über die Gegend, seine Mauern haben Piratenüberfälle, venezianische Herrschaft, osmanische Besatzung und die kretischen Freiheitskämpfe gesehen. 1612 zerstörte ein schweres Erdbeben das Kloster, danach wurde es wieder aufgebaut. Sogar der Name erzählt davon: Er geht auf das türkische „toplu“ zurück, ein Gebäude mit Kanone. Im Ikonenmuseum hängt unter anderem die Großikone „Megas ei Kyrie“ von Joannis Kornaros aus dem Jahr 1770.

Was im Glas landet

Rund um die Mauern wachsen Reben und Olivenbäume, ökologisch bewirtschaftet, laut Wikipedia seit 1992. Unter der Marke „Toplou“ entstehen aus den eigenen Bio-Trauben Weine und Tsikoudia, der für Kreta typische Tresterbrand, destilliert aus den Rückständen der Weinherstellung. Dazu kommt Bio-Olivenöl aus der Region Sitia. Die Tour ab Resort dauert rund vier Stunden und umfasst Einblicke in Geschichte und heutige Nutzung des Klosters sowie in die Weinherstellung, samt Verkostung.

Wer die Flaschen lieber zu Hause öffnen will: Deutsche Online-Händler führen die Toplou-Weine, einen österreichischen Importeur konnte die Redaktion nicht finden. Das Resort selbst ist bei österreichischen Reiseportalen gelistet.

Sundowner im Ella Rocrita

Nach dem Ausflug in die Vergangenheit wartet das Gegenprogramm. Im Roée Wellness gibt es etwa eine Hot-Stone-Massage und eine Gesichtsbehandlung mit Zitrone und Rosmarin, wer lieber schwitzt, spielt am Abend Tennis oder tobt im Ninja Pool. Den Sonnenuntergang schaut man von der VÓRI Roof Garden Cocktail Bar aus an, mit einem Smoky Paloma aus Mezcal, Pink Grapefruit und Agave oder einem Minoan Sun Ritual aus Raki, Orange, Honig und Thymian. Gegessen wird im ANTHÉMA, umgeben von einem Kräutergarten: etwa marinierter Oktopus mit getrockneten Tomaten und Kapern oder gegrillter Wolfsbarsch an Zitronensoße.

Sonnenuntergang über dem Meer an der Ostküste Kretas bei Ella Rocrita
Der Tag endet hier, wo er auf Kreta am besten endet: mit Gegenlicht auf dem Wasser und etwas Starkem im Glas. © Ella Resorts

Ella Resorts ist eine junge griechische Hotelgruppe mit vier Häusern, alle direkt am Strand: Helea und Elissa auf Rhodos, Álkyna auf Korfu und seit März 2026 eben Rocrita auf Kreta, familienfreundlich und mit All-inclusive-Konzept.

Auf einen Blick: Ella Rocrita, Ostküste Kretas, eröffnet im März 2026. „Monastery Tour“ zum Kloster Toplou: rund vier Stunden, inklusive Weinverkostung, buchbar direkt über das Resort. Mehr unter ellaresorts.com.

Klosterneuburg, Göttweig, Toplou: Die Mönche hatten schon immer die besten Lagen. Und die Geduld, auf den Jahrgang zu warten.