KULTUR

Voodoo Zauber

Sarah Wetzlmayr

Jemand der in seiner Freizeit gerne Tote ausgräbt und der seine Band „Ansa Panier“ nennt, bringt alles mit was man als künftiger Fixstern am Austropop-Himmel braucht. Heute spielt er am POPFEST. 

von Sarah Wetzlmayr

Wenn in Österreich ein Album bereits gefeiert wird, obwohl uns noch ein ganzer, aufregender Sommer von dessen physischer Präsenz trennt, dann erinnert das ziemlich an Wanda. Und auch sonst lässt der Wiener Liedermacher und die mögliche neue Ikone des Dialekt-Pop Voodoo Jürgens schnell einige lose Assoziationen mit den Bussi-Buben zu. Doch der Schein trügt, denn im Gegensatz zu Wanda, setzt Voodoo Jürgens auf Sein und nicht nur auf scheinbare Strizzi- und Rock‘n‘Roll-Attitüde. Das ehemalige „Die Eternias“ Bandmitglied zeigt, dass der neue Austropop mehr sein kann als nur Bussis, Posen und eigenhändig zerfetzte Lederjacken. Er kann echt sein, rotzfrech und ehrlich strizzihaft. Erstes Beweismaterial dafür lieferte er bereits bei seinen Live-Auftritten und auf der aktuellen Single »Heite grob ma Tote aus«. Sein im September bei Lotter Label erscheinendes, noch namenloses Album präsentiert er am 7. Oktober im Flex. Bis dahin gräbt er weiterhin Tote aus und singt über echte Zungenpritschler statt über süße Bussis.


Heute spielt er um 18.30 auf der Seebühne am Karlsplatz im Rahmen des Popfests. Der Eintritt ist frei. 

Foto © Redelsteiner