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Wollen die uns panieren?

Der Verlust des Schnitzelhauses wiegt schwer. Doch kann auch vieles leichter machen – vielleicht sogar einen selbst.

von Sarah Wetzlmayr

Das Schnitzelhaus hat sich in die Insolvenz frittiert. Die Tauben haben es schon von den Dächern Wiens gepfiffen und nun wurde es bestätigt. Kein Grund zu verzagen. Es gibt in dieser Stadt noch zahlreiche andere Möglichkeiten den Körper mit der wöchentlichen Dosis an Transfetten zu versorgen. Zeit also, über den Schnitzeltellerrand hinauszublicken.


_01. Schachtelfraß

Die neueste Methode um im Bermuda-Dreieck nicht unterzugehen, kommt in einer Schachtel daher: Feinste Hausmannkost in einer Box, die man normalerweise nur im Zusammenhang mit stark transfett-  und glutamathaltigen Speisen kennt. Das Essen ist mindestens so solide und gut, wie der Rausch hinterher.

www.schachtelwirt.at

_02. „Weil’s ned wuascht is“

Während der Burger dafür zur Verantwortung gezogen werden darf, dass die Schnitzelsemmel zu Grabe getragen wurde, ist das würzige Pökelfleisch nun am besten Weg den Burger von Platz 1 der Hipster-Speisekarte zu verbannen. Und das ist gut so, denn Pastrami Baby auf der Wiener Lerchenfelderstraße eröffnet ein ganz neues und aufregendes Imbiss-Universum. Wer braucht schon ein Schnitzel, wenn man mit einem Pastrami-Sandwich gehörig Würze in sein Leben bringen kann.

www.pastramibaby.at

_03. Der Gerät „Berlin-Edition“

Döner in Wien? Ja, eh. Ist jetzt nicht wirklich neu. Wien glänzt ja schon seit längerer Zeit mit einer beinahe lückenlosen Döner-Landkarte. Einige Blindspots ausgenommen. Doch dieser Stand hat geschafft, was diverse Pop Up-Stores und Boutiquen schon probiert haben: Ein Stückchen Berlin nach Wien zu bringen. Berlin, als Döner-Hauptstadt, bringt nämlich mit gleich 3 verschiedenen Saucen und selbstgemachtem Brot eine gewisse Vielfalt, wie auch einen speziellen Handmade-Charakter, in den Imbiss-Favoriten. An der – vor allem nächtens – langen Warteschlange lässt sich ablesen, dass das auch bei uns funktioniert.

_04. Imbiss mit Pepp(i)

Seit der „Leberkäs Pepi“ in aller Munde ist, wissen auch die Wiener, dass es etwas weiter westlich eine Stadt namens Linz gibt. Nun gibt es auch einen Leberkäs Pepi in Wien, deshalb muss der Wiener auch nicht mehr, zwecks Geschmacks-Orgasmus, gen Westen pilgern. Der „Pepi“ überzeugt mit Geschmack und Vielfalt. Und ganz ehrlich: Die Leberkassemmel hat die Schnitzelsemmel längst abgelöst.

www.leberkaspepi.at

_05. Panier, Baby

Jeder weiß was eine Bar ist. Und auch das Schnitzel ist ein dem Österreicher bekanntes Konzept. Führt man zwei derart beliebte Dinge zusammen, kann nur etwas doppelt gutes dabei herauskommen. Das dachte man sich nicht nur in New York und erfand die „Cronuts“ (Croissant trifft Donut), sondern auch in Wien und stampfte die „Schnitzelbar“ aus dem Boden. Wer sich als mit dem Untergang des Schnitzelhauses kulinarisch obdachlos fühlt, der kann diese Lücke in der Schnitzelbar stopfen.

_06. Biss mit Chique

Der „Chimbiss“ im siebten Bezirk möchte mehr sein als nur ein Schnellimbiss. Nämlich einer mit Stil. Mit Chic um genau zu sein. Und dieser Chic drückt sich vor allem in dem hübschen Interieur, Kellnerinnen im Dirndl und hübsch angerichteten Speisen aus. Am Klo steht eine Kondomschüssel – nur um das auch erwähnt zu haben. Die Speisen sind gut gewürzt, die Preise allerdings für so manchen Geschmack etwas zu salzig.

www.chimbiss.at