AKUT

Schnaps sie dir: Das Eheglück liegt im Rausch

Sarah Wetzlmayr

Wenn der anfängliche Liebesrausch vorbei ist, muss man sich oft auf andere Räusche verlassen. 

von Sarah Wetzlmayr

Wir wissen es alle: Mit ein wenig Alkohol im Blut gestaltet sich das erste Kennenlernen (auch „Date“ genannt) um ein Vielfaches einfacher. Momente peinlicher Stille werden durch das Geräusch rhythmischen Schluckens ersetzt und die Hemmschwelle, die in die Welt des Privaten (und durchaus auch des Intimen) führt, deutlich herabgesetzt. Ein kleiner Rausch macht den Weg frei für zumindest noch zwei oder drei weitere „Dates“. Damit dieser Weg nach dem zweiten Date aber nicht schon zu Ende ist, lohnt es sich oft, nicht nur dem Partner, sondern auch dem Alkohol treu zu bleiben.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler der University of Michigan kommen nämlich zu einem äußerst spannenden Fazit: Geben sich beide Partner ab und zu dem Alkoholgenuss hin, stehen die Chancen gut, dass ihre Partnerschaft eine besonders glückliche sein wird. Die Studie stützt sich dabei auf die Antworten 4864 älterer verheirateter Paare, die durchschnittlich schon 33 Jahre zusammen verbracht haben. Wichtig war den Wissenschaftlern außerdem, herauszufinden ob und wie oft pro Woche gemeinsam Akohol getrunken wurde, genauso wie auch die Anzahl der Gläser, die pro Trinkgelage konsumiert wurden. Das Ergebnis mag für viele etwas überraschend wirken: Nicht auf die Menge an Hochprozentigem kam es dabei an, sondern die Ähnlichkeit der Trinkgewohnheiten war ausschlaggebend. Trinken beide: Super. Trinken beide viel: Auch super! Trinken beide nix: Auch super, aber halt fad. So das Ergebnis, in sehr verkürzter Ausführung. Okay, eigentlich ist das so überraschend aber nicht: Jeder der schon mal einen Sonntag als pures Häuflein Elend auf der Couch verbracht hat, während der Partner frisch-fröhlich sämtlichen Hausarbeiten nachging, weiß wie anstrengend und zermürbend das sein kann.

Künftig sollte man beim Speed Dating (falls das überhaupt noch irgendwer tut) also nicht nur über Kinderwunsch und Hausbau-Ambitionen reden, sondern auch über Trinkfreudigkeit und Trinkgewohnheiten.

Foto: Getty Images