KULTUR

WISSEN: Wer sagte „eine Frau braucht einen Mann wie der Fisch ein Fahrrad“?

Manfred Sax

Der Slogan ”A woman needs a man like a fish needs a bicycle“ kommt immer wieder mal hoch. Aber wo kommt er eigentlich her? Der WIENER forschte nach.

Text: Manfred Sax, Illustration: Lisa Hofstätter

Fisch? Fahrrad? Schuld ist Guinness, das schwarze obergärige Bier, das heißt, eigentlich die Werbeagenten von Ogilvy & Mather, die den Guinness-Werbespot produzieren. Im Jahr 1996 schickten sie den Fisch auf dem Fahrrad auf TV-Reise, mit obigem Slogan, und Youtube sei Dank kommt er auch 20+ Jahre später immer wieder mal auf den Screen. Oder er kommt über den anderen irischen Exportartikel, die irische Band U2 und ihren Möchtegern-Heroes-Song Tryin´ To Throw Your Arms Around The World (Achtung Baby, 1991), wie in „eine Frau braucht einen Mann, wie ein Fisch ein Fahrrad braucht, wenn du versuchst, die Welt zu umarmen.“


 

Aber wer ist eigentlich Autor des Spruches? War das ein Ire?

Gloria Steinem, US-Feministin der ersten Stunde. Foto: Library of Congress’s Prints, Lizenz: gemeinfrei.

Antwort: Weder, noch. Tatsächlich war es eine Autorin, die dem Spruch ins öffentliche Bewusstsein verhalf, nämlich die amerikanische Feministin Gloria Steinem. Die unter anderem einst auf die Frage, warum sie nicht verheiratet ist, mit „weil ich auf Sex in Gefangenschaft nicht stehe“ retour ging. Nur, bekanntlich hat sie sehr spät sehr wohl geheiratet, nämlich David Bale, Vater des Schauspielers Christian Bale. Das war im Jahr 2000. Worauf sie, klar, auf den Fisch-am-Fahrrad-Sager angesprochen wurde. Und bekannte, dass der Sager gar nicht von ihr ist sondern von der australischen Aktivistin Irina Dunn (Nuclear Disarmament Party) stammt. Die wiederum auf das Steinem´sche Bekenntnis erwiderte (2002), dass sie tatsächlich die Erfinderin des Sagers sei, derselbe aber vom Sager „Ein Mann braucht Gott, wie der Fisch ein Fahrrad braucht“ inspiriert war. Was via Yale Book of Quotations zu einem Psychologen namens Charles S. Harris führt, der laut eigener Aussage 1955 mal im College saß und Augustinus (Kleriker, 4. Jh.) lesen musste und angewidert den Satz „Ein Mann ohne Glauben ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“ zu Papier brachte. Wobei nun der nahezu gleiche Satz „Ein Mann ohne Religion ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“ dem profilierten Schriftsteller Arthur Bloch (Autor der „Murphy´s Law“-Bücher) zugeschrieben wird. Nur war Bloch 1955 erst sieben Jahre alt. Und hätte, bei etwas weniger Eitelkeit, wohl auf Mister Harris verweisen müssen. So war das also. Und jetzt bitte ein Guinness.

Quellen: bigthink.com, Yale Book of Quotations.