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Hochmair unter Strom

Philipp Hochmair hat dem Wiener MuseumsQuartier für einen Abend die vierte Wand ausgetrieben.

Von Redaktion · 30. August 2026 · 3 Min. Lesezeit
Kia inszeniert Hochmair im Museumsquartier. Oder umgekehrt?

Direkt aus Salzburg angereist, verschmolz der amtierende Jedermann-Darsteller am Samstag mit Kia Austria Schauspiel, Körperdaten, Licht und Sound zu einer einmaligen Performance, offiziell „powered by Kia“.

Zwei Wochen zuvor ist er in Salzburg noch gestorben, wie es sich für einen Jedermann gehört: öffentlich, vor dem Dom, zum dritten Mal in dieser Rolle. Am 25. August ging die Saison zu Ende, und wer glaubte, danach kehre bei ihm Ruhe ein, kannte die Pläne von Kia Austria nicht. Der Autohersteller holte den Schauspieler ohne große Pause ins MuseumsQuartier und ließ aus ihm Teil einer Installation aus Schauspiel, Körperdaten, Licht und Sound werden.

Im gewohnt verrücktem Hochmair-Stil gerierte sich das schauspielerische Gesamtkunstwerk stets hart an der Grenze zur Selbst-Persiflage an ein Auto angesteckt die Bürgschaft von Schiller zitierend. Begleitet wurde er dabei von elektronischer Musik und echter Gitarre, live zum Besten gegeben von Hochmairs „Elektrohand Gottes“-Mitstreiter Tobias Herzz Hallbauer. Und durchaus gut besucht, vor staunendem Publikum, das teilweise nicht wußte wie ihm geschaf, dem Spektakel aber dennoch angeregt wie interessiert folgte.

Hochmair versteht es, den Kult um seine Persona mit Energie zu erfüllen, er ist einzigartig, egal ob mit Wolfsmaske vorm Gesicht oder im vollen Strotter-Ornat von Zigarrenrauch umhüllt. Die aus den versammelten Fragezeichen angestaute Eneregie wurde schließlich von einem Bad des Jedermann im Brunnen vor der Leopold Wasserbar entladen.

Zwei Fragen bleiben bestehen: Erstens: hätte ein Jedermann Brandauer bei so einem Spektakel mitgemacht? Und zweitens: Wie hätte das Ganze Ober-Drahdiwaberl Stefan Weber gefallen?

Zumindest die zweite Frage können wir guten Gewissens mit ja beantworten. Obgleich keiner der Umstehenden irgendwie besudelt wurde, was Professor Weber sicherlich beanstandet hätte.

Der zweite Antritt mit Kia

Die Partnerschaft kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im Februar übergab Kia Austria dem Schauspieler bei AUTO STAHL in Wien-Donaustadt einen EV6, den Auftakt einer, wie es damals hieß, „inspirierenden Zusammenarbeit“ zwischen Künstler und Marke. Hochmair dazu: „In Bewegung bleiben, neue Wege gehen und Menschen inspirieren – genau das treibt mich an. Mit Kia habe ich dafür einen starken und innovativen Partner gefunden.“ Was den EV6 selbst betrifft: Motorblock hat den Wagen bereits ausführlich getestet, mit 1.100 Kilometern in fünf Tagen. Der Auftritt im MQ ist damit die bisher sichtbarste Frucht der Kooperation, mit deutlich mehr Publikum als eine Fahrzeugübergabe im Schauraum.

Wer Hochmair kennt, überrascht das wenig. Der WIENER hat ihn schon vor Jahren als Schauspieler porträtiert, der sich nicht in keine Schublade stecken lässt. Zwischen Hamlet, Jedermann und Elektroauto-Testimonial liegen bei ihm offenbar keine Widersprüche.

25 Jahre MQ als Bühne für alle

Das MuseumsQuartier feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen und nutzt das Jubiläumsjahr für ein dichtes Programm quer durch alle Sparten, von Ausstellungen bis zur Sommerbühne im Hof. Dass sich auch ein Autohersteller ein Stück davon sichert, passt zwar eher nur am Rande ins Bild von Neubau, immerhin sind beide Autos, die da stehen, reinelektrisch angetrieben. Ausserdem war der Wiener Kulturkomplex schon öfter Kulisse für Automarken, etwa bei der MQ Vienna Fashion Week mit einem eigens gestalteten Fahrzeug. Kia reiht sich mit Hochmair in diese Kulisse ein.