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KULTUR

Die leise Ordnung der Dinge

Michael Ornauer eröffnet am 22. September in der SUPPAN Galerie seine neue Wiener Einzelausstellung. „Die leise Ordnung der Dinge“ zeigt bis 24. Oktober neue Farbfeldbilder des Wiener Künstlers, zur Vernissage spricht PARNASS-Textchefin Paula Watzl.

Von Redaktion · 13. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Ausstellungsansicht einer Michael-Ornauer-Schau in der SUPPAN Galerie Wien

Ein Pinselstrich, der in einer Bewegung von oben nach unten über die Leinwand gezogen wird, kennt keine Korrektur. Was ankommt, bleibt. Genau darauf baut Michael Ornauer seine Malerei: Mit einer Art Rakel zieht er die Farbe Schicht um Schicht durchs Bild, bis Verläufe entstehen, die sich nicht mehr zurücknehmen lassen. Einen Fehler kennt er in diesem Prozess nicht, nur einen Ausgangspunkt für die nächste Schicht. Der 1979 in Wien geborene Künstler vergleicht sein Vorgehen gern mit Kintsugi, jener japanischen Reparaturkunst, die einen Bruch mit Gold sichtbar macht, statt ihn zu kaschieren.

Wer ist Michael Ornauer?

Ornauer studierte figurative Malerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste, in den Meisterklassen von Hubert Schmalix und Amelie von Wulffen, und schloss 2008 ab. Er lebt und arbeitet in Wien. Seine großformatigen Acrylbilder enden nicht selten in einem schwarzen Monochrom, einem bewussten Schlusspunkt zwischen Fülle und Reduktion. Die Frage nach Schönheit und Kitsch lässt er dabei bewusst offen, seine Bilder pendeln zwischen Opulenz und Zurückhaltung.

Fotos: © SUPPAN / Michael Ornauer

Zurück in die Habsburgergasse

Ganz neu ist Ornauer der Wiener Kunstöffentlichkeit ohnehin nicht. Erst dieser Tage war er bei der Kunstmesse Parallel Vienna zu sehen, gemeinsam mit Clemens Wolf in einer Duo-Schau von SUPPAN, wie der WIENER vorab berichtete. Jetzt geht es solo weiter: Ab 23. September zeigt die Galerie unter dem internationalen Titel „The Quiet Order of Things“ neue Arbeiten in ihren Stammräumen in der Habsburgergasse 5, mitten in der Wiener Innenstadt. Es ist Ornauers zweite Einzelschau bei SUPPAN innerhalb eines Jahres, nach „Beyond Surface“ im vergangenen Winter im Schaulager der Galerie.

Wien im Kunstherbst

Die Vernissage reiht sich ein in einen Wiener September, der heuer ungewöhnlich dicht mit Kunst getaktet ist: Astoria Artshow und Parallel Vienna liefen einander parallel von 9. bis 13. September, dazu die Galerienschiene curated by, wie der WIENER berichtete. Während die Messen ihre Stände längst wieder abgebaut haben, bleibt SUPPAN mit Ornauers Schau bis Ende Oktober die ruhigere, dafür längere Adresse für alle, die genauer hinschauen wollen.

Wann und wo die Schau läuft

Die Eröffnung findet am Dienstag, 22. September 2026, in der SUPPAN Galerie, Habsburgergasse 5, 1010 Wien, statt. Einlass ist ab 18 Uhr, die Eröffnungsrede von Paula Watzl, Kunsthistorikerin und Textchefin des Magazins PARNASS, beginnt um 18:30 Uhr. Der Künstler ist anwesend, um Anmeldung bis 20. September wird unter info@suppan.art gebeten. Die Ausstellung selbst läuft anschließend bis 24. Oktober 2026, der Eintritt in die Galerie ist frei.

Während die Kunstmessen der Stadt schon wieder abbauen, kehrt Ornauer an den Ort zurück, an dem es tatsächlich leiser zugeht: in die eigene Galerie, zur eigenen Ordnung der Dinge.