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„Sanatorium“ in der Wiener Innenstadt eröffnet

Mit dem „Sanatorium“ ist am Wochenende die wohl meisterwartete Neueröffnung des Jahres über die Bühne gegangen. Jakob und Albert Trummer, in New York für ihre Bar „Apotheke“ gefeiert, haben in der Postgasse ein klinisches Bar-Konzept eröffnet.

Von Redaktion · 16. September 2026 · 3 Min. Lesezeit
VIP-Opening im Sanatorium in der Wiener Innenstadt mit vollem Haus

Wer am Samstagabend die Postgasse entlangging, hat vermutlich kurz gezögert. OP-Lampen im Schaufenster, arztkittelgrünes Licht, davor eine Traube Menschen in Abendgarderobe, die aussah, als hätte halb Wien einen Termin zur Visite vereinbart. Drinnen wartete freilich kein Wartezimmer, sondern die wohl glanzvollste Opening-Party des Wiener Herbstes, mit Champagner statt Kochsalzlösung und einer Gästeliste, für die so mancher Society-Kalender extra freigeräumt worden sein dürfte.

Wien, New York, ein bissl Hanoi: So lässt sich die Ausgangslage des Hauses in der Innenstadt zusammenfassen. Das „Sanatorium“ ist kein Solo-Projekt, sondern ein Gemeinschaftshaus aus Bar, Sushi-Restaurant und privatem Club unter einem Dach, kuratiert von zwei der umtriebigsten Namen der Wiener Gastro-Szene.

Klinisches Interieur im Sanatorium Wien, inspiriert von Otto Wagners Jugendstil
Klinisches Ambiente im Sanatorium Wien, inspiriert von Otto Wagners Jugendstil. © Atelier Wien

Von New York in die Postgasse

International bekannt wurde Albert Trummer 2008 mit der „Apotheke“ im New Yorker East Village, einer Bar, die Cocktails wie Rezepturen servierte und die dortige Mixology-Szene mitprägte. Sohn Jakob, Jahrgang 1994, war damals schon mittendrin. Das Nachfolgekonzept „Sanatorium“ wurde in New York zur nächsten Sensation, und genau dieses Format bringen Vater und Sohn nun mit nach Wien. In der Postgasse 2, in der Passage zwischen Dr.-Karl-Lueger-Platz und Postgasse, treffen die New Yorker Rezepturen auf Wiener Substanz: Das Interieur, gestaltet von Atelier Wien, zitiert den Jugendstil Otto Wagners und verschränkt ihn mit klinischer Ästhetik.

Jakob Trummer mit Vater Albert und Bruder Julian vor der Eröffnung des Sanatorium in Wien
Jakob Trummer (Mitte) mit Vater Albert und Bruder Julian. © Christian Jobst

Das Sanatorium im Detail

Der Name ist Programm, und das ist hier wörtlich gemeint. OP-Tabletts dienen als Serviertablett, Shots kommen in Einwegspritzen, und wo Flüssigstickstoff im Spiel ist, zischt es theatralisch aus dem Glas. Dahinter steckt mehr als Kulissenbau: Uralte Tinkturen, Kräuteressenzen und pharmazeutisches Wissen bilden die eigentliche Basis der Rezepturen, ein Zugang, der schon im New Yorker East Village funktioniert hat und jetzt in der Wiener Innenstadt seine Fortsetzung findet.

Ay-Vy und Club X im Keller

Zur Bar gesellt sich ein zweites, mindestens ebenso ambitioniertes Konzept: „Ay-Vy“, das neue Sushi-Restaurant aus der Gastro-Welt von Martin Ho. Erst vor wenigen Tagen eröffnete der erste Standort in Hanoi, mit Wien folgt bereits Nummer zwei. Am Herd steht Yuki Sakamoto, japanischer Sushi-Meister in vierter Generation, der unter anderem Klassiker aus Hos DOTS-Restaurants neu interpretiert. Im Keller des Hauses hat zudem Hos exklusiver Club X sein neues Zuhause gefunden, nachdem er zuvor an anderer Adresse residierte.

Wer aller zur Visite kam

Die Gästeliste las sich wie ein Who’s who der Wiener Szene. Gastronom Luigi Barbaro war ebenso da wie Genussexpertin Lisi Brandlmaier, dazu Alice Anna Burton und Sissi Tsatsaris von der US-Botschaft, Kulturexperte Ioan Holender, Künstler Julian Khol, Andreas Kutschera von der Stargate Group, Unternehmer Martin Lenikus, Schauspielerin Evgenia Lichtner, Michael Nemeth vom Musikverein Graz, Designerin Anelia Peschev, die Regisseure Julian Pölsler und Stefan Ruzowitzky sowie Model Elisabeth Resch. Auch Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch und künstlerischer Direktor des Viennese Opera Ball New York, gab sich die Ehre, was angesichts seiner eigenen New-York-Wien-Biografie nur folgerichtig war.

Zur Bar gesellt sich ein zweites, mindestens ebenso ambitioniertes Konzept: „Ay-Vy“, das neue Sushi-Restaurant aus der Gastro-Welt von Martin Ho.

Für die nächtliche Wiener Szene, die sich ohnehin gern zwischen Grätzeln und Clubs neu sortiert, ist das Haus in der Postgasse damit auf einen Schlag zur fixen Adresse geworden.

Fotos vom Opening: © Christian Jobst

Zurück auf die Straße, wo die OP-Lampen im Schaufenster noch lange nachleuchteten: Die Postgasse hat jetzt ihre Nervenklinik, und halb Wien steht schon auf der Warteliste für den nächsten Termin.