Innsbrucks Hoftafel bringt Fremde zusammen
In Tirol setzt man sich neuerdings absichtlich zu Fremden an den Tisch.

Bei der neuen „Hoftafel“ von Innsbruck Tourismus, Agrarmarketing Tirol und DILON Studio saßen im September 90 Gäste an ungewöhnlichen Schauplätzen wie dem Sägewerk Dollinger in Aldrans zusammen, beide Termine restlos ausverkauft.
Ich kenne das von der Skihütte: Man drängt sich auf die Bank, der Nachbar reicht wortlos den Glühwein weiter, und ehe man sich’s versieht, redet man über die Piste, das Wetter und irgendwann übers Leben. Genau dieses Prinzip, fremde Menschen an einen Tisch zu setzen, bis daraus ein Abend wird, hat sich Innsbruck Tourismus heuer zum Konzept gemacht und ihm einen Namen gegeben: Hoftafel.
Keine Reservierung für die eigene Runde, kein Tisch für zwei. Wer bei der Hoftafel Platz nimmt, sitzt neben Unbekannten, so haben es die Veranstalter angelegt. „Wer hier Platz nimmt, kennt seine Tischnachbar:innen oft noch nicht – genau daraus entstehen Gespräche und Begegnungen, die von jener Gastfreundschaft geprägt sind, für die Tirol und die Region Innsbruck stehen“, sagt Peter Paul Mölk, Obmann von Innsbruck Tourismus.
Der Tisch als Bühne
Kulinarisch bekam jeder Abend eine eigene Handschrift. Im Sägewerk Dollinger in Aldrans, zwischen Fichtenduft und frisch geschnittenem Holz, servierte das Team vom Gasthof Der Walzl am 24. September ein eigens entwickeltes Menü mit Weinbegleitung. Zwei Tage später übernahmen in den altehrwürdigen Gemäuern des Canisianums Innsbruck die Brüder Thomas und Daniel Penz von Hotel Maximilian und Stage12 Hotel, mit Kreationen aus regionalen Zutaten und internationalen Einflüssen. Serviert wurde, was die Region eben hergibt: Fisch vom Grill, Tiroler Speck, Wurzelgemüse in Mengen, wie es sie sonst nur am Bauernmarkt gibt.
Wo Tirol Tafel deckt
Aldrans und das Canisianum waren nicht die einzigen Schauplätze. Die Reihe eröffnete bereits am 19. September im Kulturstadl Oberhofen, wo Fabio Kårl Birlmair vom Schwarzfischer in Stams kochte. Drei Abende, drei Häuser, ein Prinzip: Man nimmt einen Ort, der sonst nicht für Diner-Abende bekannt ist, und macht die ungewohnte Kulisse zum halben Programm. Mathias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, bringt es so auf den Punkt: „Die Hoftafel macht sichtbar, was entstehen kann, wenn Tourismus, Landwirtschaft, Gastronomie und kreative Partner an einem Tisch zusammenarbeiten.“
Wann geht es weiter?
Einen fixen nächsten Termin für die Hoftafel Innsbruck gibt es zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht, die Saison 2026 ist mit den drei Septemberabenden vorerst zu Ende. Innsbruck Tourismus lässt aber keinen Zweifel daran, wohin die Reise geht: Das Format soll langfristig als Fixpunkt in der Region etabliert werden. „Wir möchten außergewöhnliche Erlebnisse schaffen, die Menschen begeistern und gleichzeitig einen neuen Anlass bieten, die Region Innsbruck zu besuchen“, so Mölk. Wer informiert bleiben will, findet Updates und künftige Termine unter innsbruck.info/destination/hoftafel.
Die Hoftafel 2026 im Überblick
Format: gemeinsame Tafel für Einheimische und Gäste, kuratiert von Innsbruck Tourismus, Agrarmarketing Tirol und DILON Studio (Konzept & kreative Leitung)
Termine: 19. September (Kulturstadl Oberhofen), 24. September (Sägewerk Dollinger, Aldrans), 26. September (Canisianum Innsbruck)
Gäste: rund 90 bei den beiden letzten Terminen, beide ausverkauft
Info & künftige Termine: innsbruck.info/destination/hoftafel
Vielleicht braucht es dafür gar keinen Skilift, nur eine lange Tafel, ein Überraschungsmenü und die Bereitschaft, sich dem Nachbarn vorzustellen.





