Botticellis Venus, neu gefeuert
FREYWILLE feuert Sandro Botticellis „Geburt der Venus“ in bunte Emaille: Die neue Kollektion „Hommage à Sandro Botticelli“ ist ab 460 Euro in der Wiener Boutique am Stephansplatz erhältlich, handgefertigt wie seit 1951.

Sie steht auf einer Muschel, das rot-goldene Haar im Wind, und schaut seit mehr als fünfhundert Jahren so aus, als hätte sie mit dem Trubel um sie herum nichts zu tun. Sandro Botticellis „Geburt der Venus“ hängt in den Uffizien in Florenz, klebt auf Postkarten und Turnsackerln, und ist jetzt, offenbar, auch am Handgelenk zu haben. Die Wiener Schmuckmanufaktur FREYWILLE hat sich der Renaissance-Ikone angenommen und daraus eine Kollektion aus Feueremail gebrannt, so wie es nur eine Werkstatt aus dieser Stadt könnte, die seit 1951 nichts anderes tut.

Bis zu hundert Handgriffe braucht ein einziges Schmuckstück, mehrere Brenndurchgänge im Ofen, bevor die charakteristische Farbtiefe entsteht, für die FREYWILLE seit der Gründung 1951 in der Gumpendorfer Straße bekannt ist. Das rot-goldene Haar der Venus, die weichen Linien des Gemäldes, die pastellene Farbwelt der Renaissance: Das Künstlerteam hat sie in Ringe, Anhänger, Ohrringe und Armreifen übersetzt, ohne dass man beim ersten Blick an ein Kunstgeschichte-Seminar denkt.
Was gibt’s in der Kollektion?
Rund 47 Stück umfasst „Hommage à Sandro Botticelli“ mittlerweile, vom schlichten Anhänger Eliza bis zum Klappreif Ballerina. Wer nur ein Zeichen setzen will, greift zum Anhänger Eliza um 460 Euro, dem kleinsten und günstigsten Stück der Reihe. Wer es größer mag, landet beim Klappreif Ballerina um 1.305 Euro oder bei den Mini-Creolen-Ohrringen um 1.130 Euro. Ringe wie die Diva-Fassung starten bei 635 Euro, Armreifen und Rundreifen bewegen sich zwischen 970 und 1.185 Euro. Nach oben ist, wie bei Feueremail üblich, kein Deckel drauf. Die Einstiegsschwelle liegt trotzdem niedriger, als der Name Botticelli vermuten lässt.

Warum ausgerechnet Botticelli?
FREYWILLE hat sich in seinen „Hommage à“-Reihen schon an Gustav Klimt, Claude Monet und zuletzt an die Dadaistin Sophie Taeuber-Arp abgearbeitet. Botticellis Venus ist die naheliegende nächste Station: ein Motiv, das jeder kennt, ohne das Bild je im Original gesehen haben zu müssen. Ähnlich hält es das niederösterreichische Traditionsunternehmen Wittmann, das heuer sein 130-jähriges Bestehen feiert: Auch dort bleibt die Fertigung im eigenen Land, während sich rundherum längst alles verlagert hat.
Wo gibt’s die Venus in Wien zu sehen?
Zu finden ist die FREYWILLE-Kollektion zur Venus in der Boutique am Stephansplatz 5 im ersten Bezirk und im hauseigenen Onlineshop für Österreich. Wer sich generell für Handwerk aus Wien interessiert, findet in der Manufaktur gleich neben dem Stephansdom ein Beispiel, das seine Herkunft nicht verschweigt, sondern zum Verkaufsargument macht.
Am Gemälde in Florenz ändert das alles nichts. Die Muschel bleibt, wo sie ist, die Uffizien sperren um acht zu. Nur ihr rot-goldenes Haar trägt man jetzt, wenn man will, am eigenen Handgelenk. Gebrannt, nicht gemalt.
Infobox
Kollektion: „Hommage à Sandro Botticelli“ (FREYWILLE)
Preis: ab 460 Euro (Anhänger Eliza) bis 1.305 Euro (Klappreif Ballerina)
Boutique: Stephansplatz 5, 1010 Wien
Web: shop.freywille.com/at




