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Klimts Heilgöttin als Eiskugel

Die Wiener Eiswerkstatt in Neubau serviert zum ersten Geburtstag die Sorte „Hygieia“ nach Gustav Klimt, dazu heiße Küchlein für die kalte Jahreszeit.

Von Redaktion · 27. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Hygieia-Muse neben dem Klimt-Fakultätsbild in der Wiener Eiswerkstatt

Eis im Oktober gilt als Trotzreaktion, so wie Sonnenbrille im Nebel. In der Andreasgasse 7 im 7. Bezirk ist es Geschäftsmodell: Die Eiswerkstatt hat ganzjährig geöffnet, auch im Winter. Konditormeister Miloš Zivojinović und Markenstratege Raimund Saam haben den Salon 2025 gegründet und feierten jetzt mit einer „VERN-EIS-SAGE“ den ersten Geburtstag, einer Vernissage für Gefrorenes.

Hygieia, Gold inklusive

Jede Sorte der Wiener Eiswerkstatt trägt den Namen eines Gemäldes der Wiener Moderne, und die jüngste heißt Hygieia, nach Gustav Klimts Fakultätsbild. Eine in Rot und Gold gekleidete Muse, dargestellt von Schauspielerin und Miss Earth Enya Rock, erweckte die Sorte bei der Präsentation zum Leben. Das Eis greift die goldenen Applikationen des Gemäldes mit feinem Golddekor auf, ein eigens entwickeltes Erdbeer-Variegato zitiert die roten Linien des Kleides. Die Basis bilden weiße Schokolade und hausgebackene weiße Schoko-Brownies, die laut Gründern für Tiefe, Textur und Cremigkeit sorgen.

Enya Rock als Hygieia mit der neuen Eissorte in der Wiener Eiswerkstatt
Die Muse in Rot und Gold mit dem Eis. © Robin Consult / Fellner

Wie viel Zeit hinter so einer Kugel steckt, erklärt Zivojinović so: „Eis braucht Ruhe, denn gutes Eis muss reifen.“ Echte Bourbon-Vanille, frisch gemahlene Kakaobohnen und eingekochte Beeren müssten sich in der Grundmasse verbinden, wer das abkürze, verliere den Charakter. Ausnahmslos alle Sorten basieren auf Rohzutaten, die Nüsse werden im Haus geröstet, die Früchte selbst eingekocht.

Heiß auf der Secession

Als Gegenstück zum Eis gibt es die „Secessions-Küchlein“: kleine Küchlein aus warmem Nougat, weißer Schokolade oder Pistazien, mit Crumble und einem heißen, cremigen Kern. Der Name ist Absicht, denn die Secession war jene Vereinigung des Wiener Jugendstils, deren erster Präsident Gustav Klimt war. Zur Verkostung kamen unter anderen Dancing-Stars-Teilnehmer Herby Stanonik, Ex-Tennisprofi Stefan Koubek und Moderatorin Martina Kaiser.

Im Stammsortiment bleiben die Bilder die Vorlage. Die Sorte „Danaë“ verbindet Haselnuss-Nougat, Pistazien-Marzipan und Bitterschokolade mit goldbraunem Dekor, „Apfelbaum“ vereint Zimteis, Apfel, Semmelbrösel und Strudelteigstückchen. Auf der Karte stehen außerdem „Mäda Primavesi“ mit Marzipan, Weichsel und Schokolade sowie die „Weiße Chrysantheme“ aus weißer Schokolade und Kokos.

Was kostet eine Kugel?

Nach Angaben der Eiswerkstatt gibt es eine Kugel auch im Winter für unter drei Euro, die Secessions-Küchlein kosten 7 Euro. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis 22 Uhr, am Montag ist Ruhetag. Die Eiswerkstatt liegt in der Andreasgasse 7, 1070 Wien, erreichbar mit der U3 bis Zieglergasse (Ausgang Andreasgasse) oder mit den Bussen 13A und 14A bis Neubaugasse. Wer lieber auf dem Sofa schmilzt, findet das Eis auch bei Foodora, Wolt und Lieferando.

Eis im Oktober also. Mit Gold obendrauf ist es keine Trotzreaktion mehr, sondern Kunstgeschichte zum Auslöffeln.