Testflug nach Doha mit Wiens dickstem Vogel: Boeing 787 Dreamliner

Der Grund für Araber nach Österreich zu fliegen, heißt meist Zell am See. Die Touristen-Nachfrage steigt. Wie die Scheichs fliegen, sah sich der WIENER am Weg nach Katar an.

Anstellen? Sicher nicht bei der Business Class der Qatar Airways. Im Ledersessel am eigenen Abfertigungsterminal für betuchte Reisende sitzend, trinkt man Saft oder Kaffee (Alkohol sieht man im muslimischen Katar nicht gern), bis man eincheckt. Auch das mühsame Auspacken von Laptops bei der Security entfällt am Hamad International Airport. Der brandneue Flughafen fällt vor allem dadurch auf, was fehlt: Lärm. Angenehm leise läuft hier alles ab, selbst die Kofferbänder wirken schallgedämmt. Herzstück des neuen Doha-Airports, nicht weit vom privaten Abflughafen des Emirs entfernt, ist aber die Al Mourjan-Lounge. Restaurant, Snackbar und Bar sind räumlich getrennt, verbunden durch eine nicht anders als Showtreppe zu nennende freitragende Stiege. Und: Hier gibt es im ansonsten trockenen Emirat auch Champagner, Portwein und Co.

Hummer und Champagner

Der Luxus geht beim Betreten der Boeing 787 nach Wien weiter. Vier Stewards kümmern sich um das Wohl der 22 Passagiere in der Business Class. Damit jeder ungestört aufstehen kann, sind die Sitze des Qatar Airways-Flaggschiffes in einer 1-2-1-Konfiguration angeordnet. Den Touchscreen haben auch die Fernbedienungen in der Economy, auch die dimmbaren Fenster (fünf Stufen von hell bis ganz dunkel) finden sich dort wieder. Das Essen hingegen kommt nur im vorderen Teil von den Celebrity-Chefs dieser Welt, von denen Nobu Matsuhisa (Gründer der japanischen Edel-Kette „Nobu“ und Robert de Niro-Freund) der bekannteste ist. Gestartet wird mit einem Hummer in Tandoori-Marinade, danach gibt es arabische Vorspeisen wie Hummus in Topqualität, aber auch eine Spargelsuppe, die mit Ziegenkäse und Olivenöl verfeinert wurde. Jedem einzelnen Business Traveller wurden die Tröpfchen davon extra auf die Suppe gesetzt. Serviert wird mit Silberbesteck und weißem Tischtuch. Als Dessert reicht man Safran-Eiscreme oder ein Himbeer-Kokos-Küchlein der französischen Patisserie Ladurée, bei deren Stammhaus bereits eine einzelne Makrone mit 4,20 Euro zu Buche schlägt.

Geräumigere Konstruktion

Der 17-Zoll-Schirm für das Bord-Entertainment lässt einen danach die Filme samt Untertitel auch ohne Lupe erleben, für Kleinigkeiten wie USB-Stecker ist man natürlich auch dankbar. Der gefühlte Eindruck, deutlich mehr Platz zu haben, trügt nicht. Die Kabine des Dreamliners gewinnt durch die gewölbte Decke an Geräumigkeit, auch die Seitenwände sind senkrechter und verstärken diesen Eindruck (abgesehen davon sind sie angenehmer für die Schultern, wenn man am Fenster sitzt. Aber in der Business Class des vorerst einzigen „Wiener“ Dreamliners plagen einen solche Sorgen ohnehin nicht. Ehe man sich im komplett flachen Bett zur Ruhe legt, schenkt man noch Rosé-Champagner ein, Montrachet und Bordeaux gäbe es aber auch.


Was der Dreamliner noch alles kann zeigt sich hier: