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Vollmond-Partys? Go to Koh Phangan

Alex Pisecker
So voll wie heute Nacht war der Mond noch nie. Und 30000 Kurzweiler pilgern nach Koh Phangan zu einer der berüchtigsten Full Moon Partys der Welt. Troubles werden garantiert.

Seit knapp 30 Jahren, das genaue Jahr weiß niemand, werden auf Koh Phangan Vollmond-Partys gefeiert. Mit im Paket: Unfälle, Schlägereien, Vergewaltigungen. Die thailändische Regierung und Polizei denkt dauernd laut über verschärfte Serheitsmaßnahmen nach, nur: Verderben sie Touristen den Spaß? Die Partys bringen schließlich neben Troubles auch eine nette Stange Geld.

Gepostet von Surasak Billie Sae Sieo am Sonntag, 23. Dezember 2018

Eng umschlungene Pärchen liegen unter Kokospalmen. Teenager trinken sich ins Koma, Männer pinkeln ins Meer. Rave-Musik dröhnt über die Insel, Tausende Partygäste schlürfen billigen Alkohol aus kleinen, bunten Plastikeimern. Es ist wieder einmal Vollmond auf Koh Phangan.

(c) Getty Images (Paula Bronstein) (c) Getty Images (Paula Bronstein)

Die Full Moon Partys von Koh Phangan gehören zum Fixpunkt vieler Thailand-Touristen. Die Insel liegt im Golf von Thailand, nördlich des bekannten Ferienziels Koh Samui. Jeden Monat zu Vollmond feiern etwa 30.000 Partygäste, die meisten von ihnen aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien.

Sie tanzen in T-Shirts oder Bikinis in Neonfarben, oder irrlichtern in grellem Bodypainting durch Lasershows in der Tropennacht. „Die beste Nacht meines Lebens“, sagt ein taumelnder Brite, und: „Eine Nacht auf dieser Party ist nicht genug.“ Wem Bier oder Cocktails nicht reichen, der findet ohne große Probleme auch Marihuana und die üblichen Pulver und Tabs.

Nach der Nacht kommt das Erwachen in die Realität: Der Strand Haad Rin an der Südostspitze der Insel ist mit Flaschen und Plastikeimern zugemüllt. Alkoholleichen liegen rum, kaum eine Partynacht endet ohne Verletzte.

(c) Getty Images (Paula Bronstein) (c) Getty Images (Paula Bronstein)

Flüssigkeitsmangel, Verbrennungen und Schnittwunden müssen behandelt werden. „Ich habe gesehen, wie ein Typ von einer erhöhten Plattform stürzte und sich am Kopf verletzt hat, weil er so dicht war“, erzählt Christina, eine Touristin aus Australien. Auch Prachoom Ruengthong von der Polizei in Koh Phangan sieht vor allem die Probleme. Meist sind es Betrunkene, die tödlich verunglücken, sagt er. Manche ertrinken.

Nach heftigen Nächten wollen die Behörden stets strenger durchgreifen: Drei Tage vor und nach der allmonatlichen Party soll die Polizei den Strand und die dortigen Unterkünfte observieren. Überwachungskameras wurden installiert. Seitdem gebe es weniger Einbrüche, sagt Hotelmanagerin Nok Suwanchai. Im Kampf gegen den Drogenhandel versuchen die Beamten, neue Wege zu gehen. „Die Drogendealer verkaufen nicht an Thailänder, also verwenden wir Ausländer bei verdeckten Ermittlungen“, sagt Prachoom. Am weitesten verbreitet seien Kokain, Marihuana und MDMA (Ecstasy). Die Höchststrafe für Drogenhandel ist in Thailand der Tod, Drogenkonsum kann mit Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden.

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Die Geschäftsleute von Haad Rin haben Interesse an einer friedvolleren Party und unterstützen die Polizei, wie Boonprasob Tuaycharoen vom Verband der Geschäftsleute sagt. Sie hätten Metalldetektoren für die Polizei angekauft. „Damit können sie nach Waffen suchen.“ Auch bezahlt der Verband für Nottransporte von Kranken nach Koh Samui.

Müde Partygäste können sich zudem in einer neu geschaffenen Schlafzone ausruhen. Die Einnahmen aus den Zutrittsgebühren für die Ruhezone werden verwendet, um den Strand wieder aufzuräumen. Die Maßnahmen scheinen Wirkung zu zeigen, wie Polizeichef Prachoom sagt. So würden jetzt nur noch etwa drei Straftaten wie Diebstahl, tätlicher Angriff oder Vergewaltigung pro Nacht zur Anzeige gebracht. Früher seien es manchmal bis zu zehn gewesen.

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Bisher seien die Sicherheitsmaßnahmen dem Feiervergnügen nicht abträglich, meint die deutsche Touristin Denise: „Es verdirbt den Spaß nicht“. Zudem gingen die Beamten recht unauffällig ans Werk, fügt der Franzose Theo hinzu: „Ich bemerke die Polizei nicht, also macht es immer noch Spaß.“ Na dann: Let´s party!