KULTUR

Iggy Pop zieht sich für die Kunst aus

Sarah Wetzlmayr

Posieren mal anders

NACKTE UNSTERBLICHKEIT

Iggy Pop wird nicht nur in seiner Musik weiterleben, sondern auch in 21 Zeichnungen von 21 unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen. Und das nackt – für die Bilder hat sich Iggy nämlich nackig gemacht.

von Sarah Wetzlmayr


 

Es scheint so als verfolgte der ausgemergelte Iggy Pop seit  einiger Zeit den Plan in allen Kunstsparten heimisch werden zu wollen. Zuletzt der neue Release gemeinsam mit Josh Homme, seine Kollaborationen mit Horror-Maestro Dario Argento im Filmprojekt „The Sandman“ und seine Teilnahme am rock-apokalyptischen Filmprojekt „Gutterdammerung“ jetzt auch noch die bildende Kunst. Zwar probiert er sich nicht selbst als Maler oder Zeichner, aber tauscht die große Rockbühne gegen eine etwas kleinere, die er auch noch ganz nackig erklimmt. Im Rahmen eines Projekts desBrooklyn Museums testet Iggy nämlich mal seine Fähigkeiten als Aktmodell aus.

Vor 21 angehenden Künstlern, Kunststudenten und bereits pensionierten Kunstschaffenden aus der ganzen Welt hat sich der ausgezehrte Rockstar ausgezogen. Dass er ganz gerne mal etwas Haut zeigt kennt man ja schon von seinen Auftritten auf den etwas größeren Bühnen, aber so splitterfasernackt zeigt er sich dort dann doch nicht. Es ist ein intimer Rahmen in dem Iggy das macht, der jedoch nicht ganz so intim bleiben wird. Die aus der gemeinsamen Session entstandenen Werke werden nämlich im Frühjahr in einer Ausstellung des Brooklyn Museums zu sehen sein. Organisiert hat diese der britische Künstler Jeremy Deller, der schon mehrmals mit Ausstellungen von Laien und Künstlern für Aufsehen gesorgt hat. Die Frage warum Iggy für das Projekt eingespannt wurde, erklärt er in einem Interview so:

“The life class is a special place in which to scrutinize the human form. As the bedrock of art education and art history, it is still the best way to understand the body,” says Deller. “For me it makes perfect sense for Iggy Pop to be the subject of a life class; his body is central to an understanding of rock music and its place within American culture. His body has witnessed much and should be documented.”

In Iggys Körper – als Zeuge einer spezifischen Ära – hat sich so einiges dieser Zeit eingeschrieben. Das sieht man und das gilt es nun für die Künstler und Künstlerinnen wieder aus diesem Körper herauszuzeichnen – ihn als Manifest des Rock’n’Roll auf ihre unterschiedlichen Arten zu interpretieren. Manche dieser Interpretationen von Iggys Körper werden zerfurchter sein als andere – aber furchtbar wird sicher keine davon sein.

Foto: © Elena Olivo/Brooklyn Museum