AKUT

Styling: Ali Rabbani, Make up & Haare: Penelope Uttenthaler

Verbotene Fotos

Sandra Keplinger

Zwecks Broterwerb schichtet Kate DeVienne Paragrafen, nach ihrer Leidenschaft gefragt antwortet sie: „Burlesque“. Wir durften Wiens aufstrebenden Genre-Star in die Garderobe begleiten. Mit durchaus schwerwiegenden Folgen.

Fotos: Irene Schaur
Styling: Ali Rabbani
Make up & Haare: Penelope Uttenthaler
Produktion: Sandra Keplinger

„Natürlich hat das Tanzen viel mit einem gewissen Exhibitionismus zu tun, den ich mag. Ich mag es, nackt zu sein, meinen Körper zu zeigen. Liebe es, wenn meine Sexualität Fantasien anregt, meine ebenso wie die von anderen. Das ist eine gewisse Form von Narzissmus.“ Aber es hat auch viel mit Selbstbewusstsein zu tun, wenn man eine Leidenschaft wie diese mit erst knapp 32 Jahren entdeckt und bloß drei Jahre später schon zu einem „Rising Star“ der heimischen Burlesque-Szene erwächst.


„Irgendwann hab ich mir überlegt, was ich am liebsten tun würde, wenn ich kein Geld verdienen müsste“, beschreibt die studierte Juristin die Initialzündung. Erste Schritte machte sie schon im Teenie- Alter, als sie beim Catwalken mit Mutterns High Heels Bücher am Kopf balancierte, seither ließ sie die rhythmische Bewegung zu anrüchiger Musik nicht mehr los. Heute näht Kate ihre Kleider, „tunt“ ihre Unterwäsche, choreografiert ihre Auftritte. Und fühlt sich verdammt wohl dabei, Erotik, Hingabe und Leidenschaft in Shows zu verpacken, die ihrem Publikum den Kopf verdrehen.

Auch die Bilder für den WIENER entstanden mit all der gebotenen Leidenschaft hierfür, was die kesse Juristin im echten Leben letztlich ihren Job kostete. Aus Gründen der „Unvereinbarkeit“, wie der Arbeitgeber sich auf irgendwelche Fußnoten im Dienstvertrag berief. Obwohl die künstlerische wie ausserdienstliche Obsession der Künstlerin im Betrieb bekannt war und zu den „inkriminierten“ Fotos explizit kein Verweis, weder auf den echten Namen von Kate, noch auf den Arbeitgeber gelegt wurde.

Kate DeVienne fühlte sich bloßgestellt, ungerecht behandelt, in eine Welt versetzt, die man schon hinter sich gewähnt hätte. „Weibliche Sexualität bzw der Umgang mit dem weiblichen Körper ist nach Jahrhunderten auch hierzulande noch immer ein Machtthema der Männer, das immer dann vorgeschoben wird, um die eigene Interessen durchzusetzen. Frauenrechte oder Sitte und Moral interessieren dabei niemanden.

Für das Gesamtkunstwerk Kate DeVienne kein Grund für Trübsal oder dafür, irgendetwas aufzugeben. Demnächst startet sie mit ihrer eigenen Lingerie-Linie, der Auftrittsdichte tat das unfreiwillige Mehr an Zeit auch ziemlich gut. „Letzten Endes mache ich das alles nur für mich selbst. Würde ich für andere tanzen, könnte ich mich der Erotik nie so selbstbewusst hingeben.“ Das merkt man, in jeder Sekunde. Insofern hat uns Fans der prüde Arbeitgeber vielleicht sogar einen großen Gefallen getan.

Krone von Niely Hoetsch (Preis auf Anfrage) / BH 89,- / Slip 39,- / Strumpfgürtel 149,- alles von Dita von Teese bei Velvet Dessous
Schuhe von Buffalo bei Humanic 120,- / Strümpfe von Cazedonia 8,50
Harness Top 95,- / Harness Bottom 65,- / beides von Daniela Paradeis
Ring von Eambrandis 145,- / Pasties von Velvet Dessous 30,-
Höschen von Aubade bei Steffl 59,-
Kette von Bik Bok 12,95
Mieder von chantelle thomas bei Steffl 320,- / Höschen von intimisssimi 15,90 /
Armband von cadenzza / Ali Rabbani