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Heinz Prüller wird 75

Seine Redeschwälle sind Legende, seine Sprüche füllten Bücher. Und: Seit Heinz Prüller keine Rennen mehr kommentiert, ist die Formel 1 fad geworden.

Text: Franz J. Sauer

Er war inner- und außerhalb des Formel-1-Zirkus oftmals prominenter als manche Debütanten im Starterfeld. Kennt sich im Autorennsport mindestens genauso gut aus wie bei Skirennen oder Fußballmatches. Unter seinem stets akkurat drübergekämmten Seitenscheitel sammelt sich bis heute ein jederzeit abrufbares Sportwissen, an dessen Datenvolumen die Großrechner der NSA scheitern würden. Dieses umfasst übrigens kaum bloß sportliche Kennzahlen; zu jedem noch so unbekannten One-Hit-Wonder der internationalen Sportszene hat Heinz Prüller ein bis zwei Sidestorys parat; wenn er einmal etwas nicht weiß, erscheint ihm das unverzeihlich.

Bei Wiens Türsteherlegende Conny de Beauclair entschuldigte er sich dereinst gleich mehrmals höchst zerknirscht, weil er nicht um dessen enges Verwandtschaftsverhältnis zum legendären Porsche-Rennleiter aus den Sixties, Huschke von Hanstein (Connys Onkel) gewusst hatte.

Dem ORF gehörte Prüller ganze 44 Jahre an, seine Pensionierung im Jahr 2009 ging seinerseits nicht ganz freiwillig vonstatten, wie zu vernehmen war. Fest steht: Seit Prüller nicht mehr moderiert, ist die Formel 1 irgendwie langweilig geworden. Ob diese beiden Entwicklungen in Korrelation stehen, ist zwar nicht bewiesen, aber doch wahrscheinlich. Für den 30. April wünschen wir ein herzhaftes „Happy Birthday“.

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