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MEINUNG

Deshalb ist man manchmal so schnell betrunken …

…es liegt nicht an dir. Es liegt an deinen Freunden.

Von Sarah Wetzlmayr · 21. August 2017 · 2 Min. Lesezeit
PALMA DE MALLORCA, SPAIN - JULY 26: French-speaking visitors sip vodka mixed with lemonade from a bucket while lounging on the beach at the Ballermann stretch on July 26, 2017 in Palma de Mallorca, Spain. The term Ballermann, which combines the Spanish word for bathing site "balneario" and the German slang word for heavy drinking "ballern," has become synonymous with the party atmosphere of the beach-front street. The stretch is especially popular among young German and Dutch tourists, who spend the days at the beach and the nights in the pubs and discos. (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Es gibt magische Nächte. Da scheint es tatsächlich an Magie zu grenzen, dass man sich nach dem fünften Drink noch immer nicht betrunken fühlt. An der fettigen Pizza, die man am Abend davor gegessen hat, könnte es natürlich liegen, scheint aber, in Anbetracht der Alkoholmenge doch eher unrealistisch. Weniger magisch ist dann aber plötzlich der Morgen (oder besser: Tag) danach, wenn man plötzlich nicht mehr das Gefühl hat, in der Nacht zuvor jemals irgendwann nüchtern gewesen zu sein. Eigentlich hat man gar keine Gefühle mehr – außer einer kleinen aber feinen Todessehnsucht.

Eine Studie des BMC Public Health ist diesem Mysterium auf den Grund gegangen und stellte fest: Man sollte bei der Einschätzung der eigenen Betrunkenheit nicht nach der Anzahl der Drinks gehen, die man bereits intus hat und auch die Pizza sollte man als Faktor eher nicht miteinbeziehen. Es geht nämlich hauptsächlich um deine Freunde – oder eben um die Leute, mit denen du in dieser Nacht um die Häuser gezogen bist. Der Versuch deiner Selbsteinschätzung richtet sich nämlich vor allem nach dem Betrunkenheitsgrad der Mittrinkenden.

Zur Erstellung der Studie mussten 1.800 Freiwillige zu einem Alkohol-Atemtest absolvieren– 477 beantworteten zusätzlich auch noch einen Fragebogen. Darin wurden die befragt, wie betrunken sie sich fühlen und wie hoch sie das Gesundheitsrisiko ihres Zustandes einschätzten. Mit den Ergebnissen des Atemtests verglichen, stellte sich schnell heraus, dass das Gefühl der Betrunkenheit vor allem davon abhing mit wem sie abhingen. Fazit: Sind die Leute um einen herum wild und hemmungslos im Öl, fühlt man sich selbst schnell mal weniger betrunken oder überhaupt nüchtern. Wie gefährlich das ist, weiß jeder der schon mal in einer Kinderschaukel feststeckte, weil er dachte, dass sich das fix noch ausgeht.

Foto © Getty Images | Sean Gallup