AKUT

Deshalb ist man manchmal so schnell betrunken …

Sarah Wetzlmayr

…es liegt nicht an dir. Es liegt an deinen Freunden.

Es gibt magische Nächte. Da scheint es tatsächlich an Magie zu grenzen, dass man sich nach dem fünften Drink noch immer nicht betrunken fühlt. An der fettigen Pizza, die man am Abend davor gegessen hat, könnte es natürlich liegen, scheint aber, in Anbetracht der Alkoholmenge doch eher unrealistisch. Weniger magisch ist dann aber plötzlich der Morgen (oder besser: Tag) danach, wenn man plötzlich nicht mehr das Gefühl hat, in der Nacht zuvor jemals irgendwann nüchtern gewesen zu sein. Eigentlich hat man gar keine Gefühle mehr – außer einer kleinen aber feinen Todessehnsucht.

Eine Studie des BMC Public Health ist diesem Mysterium auf den Grund gegangen und stellte fest: Man sollte bei der Einschätzung der eigenen Betrunkenheit nicht nach der Anzahl der Drinks gehen, die man bereits intus hat und auch die Pizza sollte man als Faktor eher nicht miteinbeziehen. Es geht nämlich hauptsächlich um deine Freunde – oder eben um die Leute, mit denen du in dieser Nacht um die Häuser gezogen bist. Der Versuch deiner Selbsteinschätzung richtet sich nämlich vor allem nach dem Betrunkenheitsgrad der Mittrinkenden.


Zur Erstellung der Studie mussten 1.800 Freiwillige zu einem Alkohol-Atemtest absolvieren– 477 beantworteten zusätzlich auch noch einen Fragebogen. Darin wurden die befragt, wie betrunken sie sich fühlen und wie hoch sie das Gesundheitsrisiko ihres Zustandes einschätzten. Mit den Ergebnissen des Atemtests verglichen, stellte sich schnell heraus, dass das Gefühl der Betrunkenheit vor allem davon abhing mit wem sie abhingen. Fazit: Sind die Leute um einen herum wild und hemmungslos im Öl, fühlt man sich selbst schnell mal weniger betrunken oder überhaupt nüchtern. Wie gefährlich das ist, weiß jeder der schon mal in einer Kinderschaukel feststeckte, weil er dachte, dass sich das fix noch ausgeht.

Foto © Getty Images | Sean Gallup