Essen

Hawaiianisches Bowling im „Honu“

Lustiges in Schüsseln für Leute, die gerne „Gatsch“ aus ihrem Essen machen. Dazu ein Touch Surfer-Chill. Das ist das Konzept in der hawaiianischen Bowling-Zone „Honu“ – und schmeckt ziemlich gut.

Text: Roland Graf

Hat man eine Freundin mit Faible für Totenkopf-Haarspangen oder mexikanische Hausaltäre, findet man das „Honu“ leicht: Es reicht, zu sagen, dass es sich gegenüber des Kaufhaus Schiepek befindet. Und viel größer ist der Raum auch nicht, den Kaspar Kunz für sein Lokal gewählt hat. Man könnte auch sagen, seine Bowling-Zone. Denn hier werden die Schüsseln je nach Gusto gefüllt, das heißt modern „Bowls“ und „Frontcooking“. Letzteres sieht aus wie die Gastrocontainer-Batterie beim Kebap-Mann. Statt Zwiebel, Joghurt und „scharf“ warten in der Teinfaltstraße aber Mango, Nori-Algen oder sous-vide gegartes Huhn.


Leute, die gerne „Gatsch“ aus ihrem Essen machen, sind im HONU richtig. Foto: (c) Maximilian Lottmann

Daraus stellt man sich entweder im Baukastensystem seine eigene „Bowl“ zusammen oder man lässt die Damen mit den „TastetheTiki“-Shirts eine der sechs fertigen Rezepturen auftürmen. „So viel Reis ist recht?“, fragen die gechillten Hawaii-Freundinnen freundlichst wie im Café Demel, ehe dann Trüffel-Mayo (geiles Zeug!) oder die Ponzu-Sauce auf Thunfisch, Rind oder Huhn kommt. Japaner haben die Poké-Bowls nach Hawaii ­gebracht, so will es die Küchen­legende, der Asia-Touch im pastellfarbenen Surfboard-­Ambiente mit Baströckchen hat also seine Richtigkeit.

Base, Topping, Green und Crunch – so ­werden die Bowls
(individuell) ­gemischt. Foto: (c) Maximilian Lottmann

Wer sein Essen nach dem Prinzip des Colour-Blocking ordnet – „die Fisolen rechts, das Fleisch links, der Reis …“ –, hat hier schlechte Karten. Der echte Spaß besteht im Mischen der Speisen. Die final zergatschte WIENER-­Eigenkomposition brachte zu Garnele und Quinoa mal die frischen Noten von Koriander und Avocado zum Vorschein, dann wieder die knusprigen Erdnüsse oder den herrlich schlatzigen Sushireis, den wir auch ohne Topping essen würden. Angenehm auch die Öffnungszeiten für den kreativen Freiberufler (die wenigen Sitzplätze schreien nach MacBooks!), denn die ­„Küche“ ist hier durchgehend bis 20 Uhr geöffnet. Und eine Schüssel vermag durchaus zu sättigen. Außer man greift zu der Klein-Variante Marke „Eskimo-Eisbecher“. Die ist putzig und wie alles hier recycelbar. Denn mit Metallbesteck und ­Porzellan hält man sich nicht auf. Selbst der „Marco Salavatori“-­Espresso aus der Naber-Rösterei (gute Wahl und um 1 Euro!) kommt im Papp-Fingerhut.

Hawaiianer finden das „Honu“ wohl „li`ili`i“ (klein) – der Ess-Spaß ist aber groß. (c) Atelier Karasinski

Die gesammelte Fraktion der Biolimonaden – von ChariTea über Pona und Hakuma – sowie das ­Kokoswasser Zico (was für Fans vergangener Brazil-Fußball-Herrlichkeit!) fischt man sich aus der Kühlung. Wir fahndeten nach Bier und entdeckten den witzigen Radler von Sigl’s, auch das mexikanische Coronita. Das famose Kona-Lager (aus Hawaii!) war leider aus, es tröstete ein Tegernseer Helles. Schließlich muss man nicht alles glauben: Es gibt doch ein Bier auf Hawaii – zumindest im „Ersten“.

HONU

Adresse: Teinfaltstraße 4, 1010 Wien, Montag bis Freitag von 11:30 bis 20 Uhr
Info: honu.at
Preise: Man muss sich nicht viel merken,Eigenbau-Version wie offizielle Bowl (z. B. „Truffle Beef“) kosten 9,80 Euro. Aufpreis für extraviel Fleisch/Fisch.
Pflichtkauf: „Spicy Tuna“ bringt Urlaubsfeeling, noch erfrischender wirkt das „Maui Chicken“. Und ein Geheimtipp für guten Kaffee ist der 1-Euro-Espresso.
Ideal für: Alle, die sich „eh gern gesünder ernähren würden“, aber dann doch am Würstelstand enden.

Leistungskoeffizient: 81
IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
Preisband: 85
IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII