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Wir alle haben UNO falsch gespielt

Jakob Stantejsky

Jeder kennt es, jeder liebt es – solange, bis er das erste Mal sechs Karten ziehen muss, weil die Mitspieler ihre gesammelten +2-Karten auf den Stapel knallen. Dann entbrennt der Blutdurst zwischen den Spielern und es geht erst so richtig ab. Das ist UNO. Obwohl – nein, ist es nicht. Denn die Macher haben klargestellt, dass genau diese Spielzüge eigentlich verboten sind.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: SofiLayla/Pixabay

UNO ist wohl eines der beliebtesten und vor allem bekanntesten Kartenspiele weltweit. Dementsprechend viele Hausregeln sind im Laufe der Zeit entstanden. Man denke nur an Kampf-UNO, wo das Spielgeschehen schnell einem Gemetzel ähnelt, oder diverse Trinkspiel-Varianten. Einig sind sich UNO-Spieler jedoch quasi immer, wenn es um +2- und +4-Karten geht. Wird man von einer davon „getroffen“, darf man eine Karte desselben Typs abwerfen und somit dem nächsten in der Reihenfolge die doppelte Menge aufhalsen. So lange, bis einer nicht mehr kann und dann der Depp vom Dienst ist. Tatsächlich ist diese „Regel“ aber erstunken und erlogen, wie die UNO-Macher letztens auf Twitter betont haben.


Laut den offiziellen Regeln darf man keine weitere Karte spielen, sobald einen eine +2 oder +4 ereilt hat. Egal, was man noch auf der Hand hat. Da hätten wir alle übrigens auch früher draufkommen können, schließlich findet sich diese Regel auch in der Spielanleitung, die jedem UNO beiliegt. Die liest halt nur keiner, weil wir eh schon alle wissen wie es geht. Oder eben nicht. Fakt ist und bleibt jedoch, dass gerade das +2- und +4-Gemetzel UNO zu dem Vergnügen macht, das wir lieben. Und deshalb werden wir auch definitiv nichts dran ändern. Da können die Macher twittern, soviel sie wollen. So sehen wir das zumindest und wir sind uns relativ sicher, dass ihr uns da den Rücken stärkt. Manchmal ist der Nutzer eben doch klüger als der Erfinder. Wer auch immer diese Regel als allererster eingeführt hat – wir sind dir auf ewig dankbar!