Die Uhr, die auch rückwärts kann
Eine neue IWC-Sonderuhr macht das Verstellen des Kalenders so einfach wie das Stellen der Uhrzeit.

Zum 140. Geburtstag von Mercedes-Benz bringt IWC Schaffhausen die auf 140 Stück limitierte Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet: eine IWC Mercedes-Benz Sonderuhr mit neuem, viermal patentiertem Kalendermodul.
Wer eine mechanische Uhr mit ewigem Kalender besitzt und sie einmal drei Tage liegen lässt, kennt das kleine Drama danach. Datum, Wochentag, Monat, alles muss über einen einzigen Drücker mühsam vorwärtsgekurbelt werden, Klick für Klick, bis der Dienstag wieder Dienstag heißt. Bei den meisten Perpetual Calendars geht das nur in eine Richtung, und wehe, man verstellt sich einen Tag zu viel. Genau dieses Ärgernis hat sich IWC in Schaffhausen vorgeknöpft und pünktlich zum 140-jährigen Bestehen von Mercedes-Benz eine Lösung präsentiert, die in der Branche seit Jahrzehnten als eine der größten Herausforderungen der Uhrmacherei gilt.
Der Kalender, der zurück kann
Die neue Perpetual Calendar ProSet ist der erste ewige Kalender aus dem Haus IWC, der sich über eine einzige Kronenposition sowohl vor- als auch zurückstellen lässt, ganz ohne Zusatzdrücker und ohne Umschalten der Krone. Das komplett neu konstruierte Modul basiert auf einem Räderwerk und ist durch vier Patente geschützt. Gefertigt werden die filigranen Bauteile im LIGA-Verfahren, einer Mikrostrukturierungstechnik aus Lithografie und Galvanoformung, wie man sie sonst eher aus der Chipindustrie kennt als aus einem Schaffhauser Uhrenatelier. Vorgestellt wurde die Mechanik im Frühjahr bei der Watches and Wonders in Genf, jetzt bekommt sie mit der Mercedes-Benz-Ausführung ihren ersten großen Auftritt in limitierter Form.
Zwei Sterne, eine Geschichte
Das schwarze Zifferblatt mit goldenen Applikationen und vergoldeten Zeigern sitzt in einem satinierten und polierten Edelstahlgehäuse mit 42 Millimeter Durchmesser, die Minuterie ist in Weiß gedruckt, damit man auch im Cockpit-Look noch die Zeit abliest. Auf dem Saphirglasboden prangt kein Sponsorenlogo, sondern Geschichte: das erste gemeinsame Signet von Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie., eingeführt 1926 nach deren Fusion, Lorbeerkranz und Dreizack-Stern in einem Wappen vereint. Wer diesem Kapitel Markengeschichte weiter nachgehen will, findet es bei Motorblock in der Geschichte von Stern und Marke nachgezeichnet. IWC und Mercedes-AMG kennen einander schon länger, als die meisten Ehen halten: Seit 2004 ist die Uhrenmanufaktur Partner von Mercedes-AMG, seit 2013 „Official Engineering Partner“ des Formel-1-Teams Mercedes-AMG Petronas.
IWC Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet 140 Years Mercedes-Benz, Referenz IW329603. © IWC Schaffhausen
Antrieb aus eigenem Haus
Angetrieben wird die IWC Mercedes-Benz Sonderuhr vom Manufakturkaliber 82665 mit Nickel-Phosphor-Hemmung und Siliziumspirale, der bidirektionale Pellaton-Aufzug ist keramikverstärkt und baut eine Gangreserve von 60 Stunden auf. Vier Hilfszifferblätter organisieren die Anzeige: Datum bei 3 Uhr, Monat bei 6 Uhr, Wochentag bei 9 Uhr, dazwischen bei 7 und 8 Uhr die vierstellige Jahreszahl. Oben, bei 12 Uhr, läuft die Mondphase in IWCs charakteristischem Double-Moon-Format für Nord- und Südhalbkugel gleichzeitig. Dank neu berechnetem Untersetzungsgetriebe weicht sie erst nach 1.040 Jahren einen Tag von der echten Mondumlaufbahn ab, bis dahin dürfte auch der letzte Stern am Kühlergrill made in Stuttgart Geschichte sein.
Was die Uhr kostet
Ein einheitlich verifizierter Österreich-Preis war bei Redaktionsschluss nicht zu bekommen, internationale Fachmedien nennen für die auf schwarzem Kautschukband montierte Sonderuhr rund 40.900 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Wer eines der 140 Exemplare will, wendet sich am besten direkt an eine IWC-Boutique, ausverkauft dürfte die limitierte Serie ohnehin schnell sein. Erst kürzlich hat unsere Uhren-Rubrik mit der neuen Tudor Black Bay 54 Blue eine andere Neuheit vorgestellt, dagegen wirkt die IWC wie der große Bruder mit Familiensinn.
Wer künftig seine IWC drei Tage liegen lässt, muss also nicht mehr klicken, bis der Mittwoch wieder Mittwoch heißt, ein Dreh zurück genügt. Bei Mercedes-Benz selbst dreht man das Rad der Geschichte lieber nicht zurück: 140 Jahre, und kein bisschen müde.





