Druckprobe für die Zeit
Der deutsche Hersteller Sinn Spezialuhren bringt mit der EZM 19 eine neue Einsatzuhr, die Zeit unter Druck sichtbar und beherrschbar machen soll. Ab 2.160 Euro (Kautschukband) beziehungsweise 2.300 Euro (Stahlband) ist das Modell ab sofort erhältlich, auch bei einem Fachhändler in Wien.

Ein Rettungswagen kommt an, gleichzeitig meldet sich ein zweites Funkgerät, und irgendwer muss in den nächsten neunzig Sekunden entscheiden, wer zuerst behandelt wird. In solchen Momenten zählt nicht die genaue Uhrzeit, sondern der Takt: Wie lange dauert es noch, wer hat wie viel Zeit, was kommt als Nächstes. Für genau dieses Problem hat Sinn Spezialuhren aus Frankfurt jetzt eine Armbanduhr entwickelt, die nach eigener Aussage weniger die Zeit anzeigen als sie ordnen soll.
Was kann die EZM 19?
Sinn nennt die EZM 19 einen „Mission Timer“ für Stabsarbeit, also für Menschen, die in Krisensituationen koordinieren und entscheiden müssen. Auffälligstes Merkmal ist die Vierstundenlogik des Zifferblatts: Statt zwölf gleich wichtiger Stunden markiert die Uhr vier Stunden als optische Einheit, angelehnt an Schichtrhythmen aus dem Einsatzalltag. Eine drehbare Lünette mit Minutenraster erlaubt den schnellen Wechsel zwischen Minuten- und Stundenperspektive, etwa bei Übergaben oder Besprechungen. Ziffern und Zeiger sind aus hybrid-keramischem Leuchtmaterial gefertigt und laut Hersteller auch im Dunkeln aus der Distanz ablesbar; Stunden- und Minutenzeiger tragen bewusst dieselbe Leuchtfarbe wie die Vierstundenmarkierungen, während Sekundenzeiger und übrige Indizes davon abgesetzt sind.
Nicht nur für den Ernstfall
Dass Sinn die Uhr in einem Atemzug auch für Prüfungen, Besprechungen oder das Parken in der Kurzparkzone empfiehlt, klingt zunächst nach Marketing-Dehnung eines Nischenprodukts. Der Kern der Idee trägt trotzdem: Eine Uhr, die Zeitabschnitte statt nur Uhrzeiten sichtbar macht, ist tatsächlich auch außerhalb von Einsatzleitstellen brauchbar, überall dort, wo Redezeiten, Deadlines oder Taktungen im Kopf behalten werden müssen. Technisch steckt bewährte Sinn-Ausstattung dahinter: Magnetfeldschutz, die hauseigene Ar-Trocknungstechnologie gegen beschlagene Gläser sowie Temperaturbeständigkeit von minus 45 bis plus 80 Grad. Wer ohnehin schon Uhren als Statussymbol trägt, bekommt mit der EZM 19 zumindest ein Argument geliefert, das über reines Prestige hinausgeht.
Was kostet die Uhr in Österreich?
Das 41 Millimeter große Gehäuse aus kugelgestrahltem Edelstahl ist bis 20 bar wasser- und druckdicht, angetrieben wird die EZM 19 (Referenz 119.010) vom Automatikwerk SW 300-1 mit Datumsanzeige und Sekundenstopp. Der Herstellerpreis liegt bei 2.160 Euro mit Kautschukband und 2.300 Euro mit Stahlband, gültig auch für Österreich. Wer die Uhr vor dem Kauf anprobieren will, muss dafür nicht nach Frankfurt: Sinn führt in Wien mit der MG Uhrmacherei in der Goldschmiedgasse einen eigenen Depotpartner, ein zweiter Händler sitzt in Salzburg. Wer die Uhr danach dauerhaft sammeln will, sollte ohnehin, wie kürzlich an dieser Stelle zu lesen war, auch über die richtige Sicherung nachdenken.
Sinn EZM 19 (Ref. 119.010) auf einen Blick
Gehäuse: 41 mm, Edelstahl kugelgestrahlt, 20 bar
Werk: SW 300-1, Automatik, Datum
Preis: 2.160 Euro (Kautschukband) / 2.300 Euro (Stahlband)
Erhältlich: sinn.de sowie MG Uhrmacherei, Goldschmiedgasse 5, 1010 Wien
Web: sinn.de
Ob die EZM 19 tatsächlich in Einsatzleitstellen landet oder eher am Handgelenk von Menschen, die ihre Redezeit im Meeting nicht mehr überziehen wollen, wird sich zeigen. Die Zeit dafür läuft, wie es sich für eine Einsatzuhr gehört, sichtbar mit.





