STIL

Kaderschmiede

Wie so vieles ist auch das Zweit-Formel-1-Team des Red-Bull-Universums eher aus einer Laune heraus, gepaart mit Freundschaftsdiensten, entstanden. Aber auch als die anderen Teams gegen die Technologiepartnerschaft mit Red Bull Racing Sturm liefen, hielt Dietrich Mateschitz sein Wort und dem ehemaligen Minardi-Team die Treue. Der Erfolg gibt ihm, ebenfalls wie schon öfter, Recht.

Text: Franz J. Sauer / Foto Header: Getty Images

Mein letztes Zusammentreffen mit dem Toro-Rosso-Team datiert aus dem Jahr 2007 und outet mich, ehrlich gesagt, nicht gerade als in der Wolle gefärbten Formel-1-Experten. Damals wurde ich von der netten PR-­Dame des Teams gefragt, mit welchem Piloten ich mich gerne unterhalten würde. Zur Auswahl standen David Coulthard und Sebastian Vettel, die beide zuvor auf dem Flugfeld vor dem Hangar 7 mit ihren Rennfahrzeugen lustige Donuts gedreht hatten. Ich entschied mich für den damals schon legendären, aber doch am Einkehrschwung seiner Karriere befindlichen Coulthard. Weil aus dem Jungspund, wie hieße er doch gleich noch mal, würde vermutlich ja sowieso nichts. Das Interview mit Coulthard gestaltete sich tatsächlich lustig und spritzig, gespickt mit einer Menge guter Sager, wie man sie vom Iren kannte. Und der andere, na ja, der wirkte schon von der Weite relativ ­farblos, könnte man sagen. Und Schmäh hat der sicher auch ­keinen …


Ein Jahr später gewann Sebastian Vettel in Monza seinen ersten Grand Prix.

Für dieses Mal hatte ich mir also vorgemerkt, keine schlauen Kommentare abzugeben, was Fahrergüte oder -talent betrifft. Als wir auf Einladung von Toro Rosso Uhren-Partner Casio Edifice also im Allerheiligsten, der F1-Fabrik in Faenza, ankamen, grüßte ich alle höflich bis superfreundlich, es könnte mir ja ein zukünftiger Weltmeister am Gang begegnen. Was wenig später dann in der Werkstätte bei der Begegnung mit Alex Albon vielleicht tatsächlich geschah. Jedenfalls landete der großgewachsene Thailänder – der sich übrigens gerade im Werk befand, weil man verzweifelt versuchte, den Rennwagen an seine knapp zwei Meter Körperlänge anzupassen –, schon im nächsten Rennen nach meinem Werks­besuch wurde er Sechster in Deutschland, bereits im September tauschte er sein Cockpit gegen jenes von Pierre Gasly bei RBR, der vierte Platz in Suzuka markierte das bislang beste Ergebnis seiner Karriere, Tendenz steigend. Ein bissel erinnert der Vormarsch an die legendäre Saison 1986, als Gerhard Berger auf Benetton die Karriereleiter Platz um Platz nach oben schritt, um schließlich Ende Oktober in ­Mexico seinen ersten Grand-Prix-Sieg zu feiern.

Generell ist Gerhard Berger ein gutes Stichwort, wenn es um die Scuderia Toro Rosso geht. Schließlich war der Tiroler F1-Crack von 2006 bis 2008 Minderheitseigentümer und leitete das Team gemeinsam mit Red-Bull-­Motorsport-Chef Marko und dem heutigen Team-Prinzipal Franz Tost. Als es schließlich 2009 zu einer Reglementänderung kam, der sogenannten „Lex Toro Rosso“, und Technologiepartnerschaften zwischen den Teams weitgehend gekappt wurden, zog sich Berger zurück, überhaupt stand der Verkauf des Teams ­damals bei Red Bull zur Dispo­sition. Letztlich verblieb der Rennstall aber in der Bullenfamilie, baute ein von Grund auf eigenes Auto und etablierte sich auch ohne „Schützenhilfe“ des „Einserteams“ als wirkungsvolle Kaderschmiede, durch die einige später hoch erfolgreiche Jungtalente gingen – um nur einige zu nennen: Carlos Sainz junior, Daniel Ricciardo, Sébastien Buemi oder auch Max Verstappen.

Seit dem Jahr 2016 besteht nun bereits die Partnerschaft zwischen der Scuderia Toro Rosso und der Casio-Chronographen-­Linie Edifice. Die wuchtigen, schwer designten Uhren, die stets durch leichtfüßigen Tragekomfort und hohe Funktionalität überzeugen, sind mittlerweile zu einem integrierten Bestandteil der Fahrzeuge mit dem roten Bullen darauf geworden, zumindest hat man den Eindruck. Auch bei der Entwicklung neuer ­Modelle funktioniert hier die ­Zusammenarbeit zwischen der schnellen Truppe aus Faenza und den Hightech-Uhren-Leuten aus Japan um einen Tick enger und gemeinsamer als bei vergleichbaren Partnerschaften. So steht Teamchef Tost persönlich mit Rat und Tat bei Entwicklung und Design der Uhren zur Seite, überhaupt versteht er es schnell wie nachvollziehbar zu erklären, warum gerade Uhren und Formel eins eine derart aufgelegte ­Partnerschaft darstellen.

Die Gründe hierfür liegen letztlich auf der Hand. Neben der technologischen Exzellenz am Auto ist die exakte Zeitmessung mit all ihrer Konsequenz eine der wichtigsten Komponenten des Wegs zum Erfolg im Rennsport. Und weil Hightech gerne auf Hightech trifft, färbt die hohe Kunst der Komponenten-Verschmelzung, wie sie Toro Rosso und Motorenpartner Honda aktuell zelebrieren, auch auf die Produkte der aktuellen Edifice-Toro-Rosso-Kollektion ab. Unter Innovationen verbucht die Baureihe etwa Solarbetrieb als Energiequelle, Bluetooth-Connection zum Smartphone, was eine rein analoge Uhr zur Smartwatch macht. Gemäß dem Edifice-Motto „Speed & Intelligence“ wurden hier schlüssig Markenwerte vermengt, die sich auch bei jedem Modell auf den ersten Blick manifestieren lassen.

Nicht nur das Thema Zeitmessung ist beim Zusammenspiel zweier hochemotionaler Themen wie Formel 1 und Uhrenbau verbindendes Element. Auch der Lifestyle-Faktor ist ein wesentliches Asset. So gilt die Formel eins mit ihrem Nimbus als absolute Königs­klasse des Motorsports als weltweit anerkanntes Exklusiv­gebiet des Spitzensportes. Derlei färbt freilich ab auf nicht minder exklusive Accessoires wie Armbanduhren. So gestattet einem das Tragen einer Edifice gewissermaßen, ein kleines Stück weit Formel-eins-Luft zu schnuppern, auch wenn man die Rennen nur zuhause vorm Fernseher verfolgt. Fest steht: Das Team und seine Protagonisten haben ihren Beitrag zu Design und Architektur der aktuellen Edifice-­Modelle geleistet.


Casio EDIFICE Premium
EFR S567TZ-2AER Chrono

Schmucker Edelstahl-Chrono der Kollektion Toro Rosso mit Karbon-Zifferblatt und -Lünette. Hinter einem verschraubten Gehäuseboden steckt ein ganggenaues Quarzwerk mit extrem geringem Batterieverbrauch. Das Glas ist aus Saphir, das Edelstahlgehäuse hält wasserdicht bis 10 bar.

Preis: 249 Euro


Casio EDIFICE Bluetooth
EQB-1000TR-2AER

Intelligenter Edelstahl-Chrono aus der Serie der smarten Bluetooth-Modelle. Per Knopfdruck verbindet sich der ­Chrono mit dem Smartphone zum Abruf vielfältiger Funktionen. Die Energie­versorgung läuft über Solarbetrieb, Weltzeitfunktionen sowie eine Stoppfunktion mit 1/1.000-Sekunde stellen die Besonderheiten dieser Uhr dar.

Preis: 549 Euro